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Spielsüchtiger Steirer nach Wettcafe-Überfall verurteilt

Ein Oststeirer wurde am Montag im Grazer Straflandesgericht zu einer Freiheitsstrafe in der Höhe von fünf Jahren verurteilt. Der Mann wurde von einem Geschworenensenat für schuldig befunden, im September diesen Jahres ein Wettcafe überfallen und rund 18.500 Euro erbeutet zu haben.

Auch hatte er Firmengelder veruntreut. Als Motiv hatte der Angeklagte Spielsucht angegeben – er bekannte sich sofort umfassend schuldig. Er erbat sich drei Tage Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 34-Jährige Oststeirer ist derzeit wegen seiner Spielsucht in stationärer Behandlung. „Ich habe oft das Verlangen, spielen zu gehen. Und dann kann man nicht aufhören, bis das Geld verbraucht ist“, schilderte der Angeklagte den Spielzwang. Heuer im September hatte die Krankheit dazu geführt, dass er ein Wettcafe in Gleisdorf überfallen hat. Er hatte am Abend zuvor dort 240 Euro verspielt, und kam am nächsten Tag um 4.00 Uhr Früh wieder, dieses Mal mit Wollhaube maskiert und einem Küchenmesser bewaffnet. Er bedrohte die Kellnerin und entwendete aus der Geldlade sowie dem Tresor insgesamt rund 18.500 Euro.

Dann nahm er auch noch sämtliche Telefone, mobile und Festnetzgeräte, mit. „In Zeiten wie diesen ist es mit einem Handy nicht getan“, kommentierte Richter Martin Wolf. Der Oststeirer wollte die Telefone aber nicht behalten, er wollte nur verhindern, dass die Kellnerin Hilfe holen konnte.

„Mir ist alles Mögliche durch den Kopf gegangen“, meinte die als Zeugin geladene Kellnerin. Sie sei nun in psychologischer Behandlung, ihr Schlaf sei nach wie vor „nicht gut“. Inzwischen arbeite sie schon wieder, hauptsächlich im Frühdienst. Das sogenannte „Ur-Vertrauen“ hätte sie aber verloren: „Ich tue mich schwer, wenn ich alleine bin.“ Über den Entschuldigungsbrief, den ihr der Angeklagte geschrieben hat, sei sie erstaunt gewesen, aber eigentlich sei er für sie „bedeutungslos“.

„Woher ist der Einfall gekommen? Haben Sie im Fernsehen einen Raubüberfall gesehen?“ wollte der Richter wissen. „Nein“, antwortete der Beschuldigte. „Woher dann die Idee?“, fragte der Vorsitzende. „Kann ich nicht sagen“. Zuvor hatte der Angeklagte bereits in seiner Firma, wo er als Elektroinstallateur tätig ist, rund 30.000 Euro unterschlagen und ebenfalls verspielt. Auch dazu war er umfassend geständig.

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