AA

Spiel mit vielen Identitäten

Für Hollywoodstar Halle Berry ist Kritik genauso wichtig wie Lob. "Wer das Schlechte nicht einstecken kann, darf nicht immer nur auf Gutes hoffen".   

Daher seien ihr Auszeichnungen wie der Oscar für „Monster’s Ball“ im Jahr 2002 auch nicht sehr wichtig. „Ich nehme mich und diesen Trubel nicht allzu ernst“, sagte das ehemalige Bond-Girl bei der Vorstellung seines neuen Films „Verführung einer Fremden“ (Kinostart 13. April). In dem Thriller spielt Berry eine Journalistin, die den Mord an einer Freundin mit Hilfe des Internets lösen will. Dafür flirtet sie online mit fremden Männern und trifft so auf den Chef einer erfolgreichen Werbeagentur (Bruce Willis).

Frage: Im Internet kann sich heutzutage jeder als eine andere Person ausgeben. In „Verführung einer Fremden“ nehmen Sie gleich drei Identitäten an. War das auch einer der Gründe, warum Sie sich für diesen Film entschieden haben?

Berry: „Ja, mich hat vor allem meine Rolle gereizt. Sie war für mich als Schauspielerin eine große Herausforderung, weil ich innerhalb eines einzigen Parts gleich drei verschiedene Charaktere darstellen konnte. Ich habe noch nie eine Frau gespielt, die so viele Facetten hat. Das fand ich spannend. Außerdem hat dieser Film Elemente, mit denen sich bestimmt zahlreiche Menschen identifizieren können. Dazu gehört die Idee, dass jeder – wie ich auch – ein Geheimnis hat und dass jeder von uns in verschiedenen Umgebungen ein anderes Gesicht aufsetzt.“

Frage: Hat Sie dieses Spiel mit den verschiedenen Facetten eines Charakters nachhaltig beeinflusst?

Berry: „Ich sehe Menschen jetzt anders als vorher. Wenn ich neue Leute kennen lerne, frage ich mich, wer sie tatsächlich sind und was sie tun, wenn sie abends nach Hause gehen und unbeobachtet sind. Sind sie wirklich der Mensch, wie er sich mir gegenüber dargestellt hat? Denken Sie beispielsweise an den Serienmörder Ted Bundy aus den 70er Jahren in den USA. Er sah überhaupt nicht so aus, als würde er Leichen in seinem Kofferraum verstecken. In Wirklichkeit aber hat sein Äußeres über sein wahres Ich hinweggetäuscht. Das zeigt, dass das Image, das Menschen scheinbar repräsentieren, nicht immer mit der echten Person übereinstimmen muss.“

Frage: Haben Sie selber schon einmal versucht, einen Partner im Internet zu finden?

Berry: „Nein. Aber es ist eine tolle Sache, wenn Menschen so die Liebe finden – auch wenn es beängstigend ist, auf komplett fremde Menschen zu stoßen, die ihre wahre Identität möglicherweise gar nicht preisgeben. Dennoch habe ich mich schon oft im Internet mit fremden Menschen unterhalten. Mich hat die Anonymität gereizt, denn ich konnte mir immer neue Namen geben. Irgendwann fand ich es aber komisch, diese fremden Identitäten anzunehmen, deswegen bin ich dann mit meinem richtigen Namen in die Chat-Räume gegangen. Aber wenn die Leute dort lesen, dass sich jemand als Halle Berry ausgibt, denken sie, da sei ein Verrückter unterwegs!

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Stars
  • Spiel mit vielen Identitäten
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen