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Spidla aus dem Spital entlassen

Der tschechische Premier Vladimir Spidla, der am Freitag im Parlament zusammengebrochen ist, durfte noch zu Mittag das Spital verlassen.

Wie die Regierungssprecherin Anna Veverkova weiters bestätigte, werde sich der Ministerpräsident in den kommenden drei Tagen in der Hauspflege ausruhen. Er habe sein Arbeitsprogramm für diesen Zeitraum aufgehoben. Er werde nicht einmal an der für Sonntag geplanten Fernseh-Debatte teilnehmen, hieß es.

Unterdessen kursierten in Prag Gerüchte, dass Spidla in dem Moment zusammengebrochen sei, als der designierte EU-Kommissar Milos Kuzvart (Sozialdemokrat/CSSD) überraschend gedroht habe, auf das Amt zu verzichten, weil er mit den Bedingungen nicht zufrieden sei. Angeblich handelte es sich dabei um einen Streit mit dem vom Christdemokraten Cyril Svoboda angeführten Außenministerium um die künftige Refundierung der Reisekosten zwischen Prag und Brüssel. Kuzvart dementierte jedoch die Rücktrittsabsichten. „Es ist dem nicht so, ich weiß nichts darüber“, sagte Kuzvart gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.

Der Nominierung Kuzvarts gingen Streitigkeiten innerhalb der Regierungskoalition voraus. Sowohl die Christdemokraten (KDU-CSL) als auch die rechtsliberale Freiheitsunion (US-DEU) waren gegen Kuzvart, allerdings wurden sie von der CSSD überstimmt.

Der Prager Rettungsdienst dementierte unterdessen Berichte, dass die Ärzte erst 20 Minuten nach dem Notruf zum Parlament gekommen seien. Eine Ärztin sei schon nach fünf Minuten an Ort und Stelle gewesen. Sie habe Spidla zuerst im Rettungswagen untersucht und dann den Transport in das Prager Zentrale Militärkrankenhaus angeordnet.

Aus dem CSSD-Klub verlautete, Spidla sei vom Stuhl auf den Boden gefallen, als er auf der Sitzung des Klubs etwas sagen wollte.

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