AA

SPD wirft Merkel "eklatante Führungsschwäche" vor

Schwere Zeiten für Angela Merkel
Schwere Zeiten für Angela Merkel ©APA (dpa)
Die Kritik der SPD an der deutschen Bundeskanzlerin reißt nicht ab und belastet die anstehenden Gespräche über eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz warf Merkel am Mittwoch "eklatante Führungsschwäche" bei den gescheiterten Jamaika-Sondierungen vor.

Dass es nun schnell zu einer Neuauflage der Großen Koalition aus Union und SPD kommen könnte, hält Scholz für unwahrscheinlich. “Sie ist eine Option. Aber nur eine. Es gibt keinen Automatismus, dass sie auch zustande kommt”, sagte er dem Magazin “stern” (Donnerstag).

Der Weg sei lang, aber diese Zeit müssten sich die Beteiligten nehmen, sagte der Sozialdemokrat, der in seiner Partei als einer der größten Befürworter einer Großen Koalition gilt. Große Koalitionen dürften kein Dauerzustand werden: “Wenn der politische Wettbewerb nicht mehr zwischen den beiden Volksparteien stattfindet, hat das negative Folgen für unsere Demokratie.”

“Merkels Stil kommt an seine Grenzen”

Zu den abgebrochenen Sondierungen für eine Jamaika-Koalition sagte Scholz, die Union mache es sich zu einfach, wenn sie das nur der FDP anlaste. “Es ist auch ein Scheitern der CDU-Vorsitzenden.” Ihre Kraft habe sich offensichtlich erschöpft. Es sei fraglich, ob sie bei den Gesprächen über eine Neuauflage der Großen Koalition die Kraft finde, eine Einigung herzustellen. Etwa in den großen Fragen der Europapolitik und mit Blick auf die Initiativen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron fehle es der Kanzlerin an Führungsstärke. “Ihr politischer Stil kommt offenbar an seine Grenzen”, sagt Scholz, “Die Zeit des Durchlavierens ist vorbei.”

(APA/dpa)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Politik
  • SPD wirft Merkel "eklatante Führungsschwäche" vor
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen