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Spannung und Proteste vor französisch-deutschem Atomtransport

Begleitet von Protesten hat sich das Wendland im nordwestdeutschen Bundesland Niedersachsen am Freitag auf die Ankunft eines neuen Atommülltransports aus Frankreich vorbereitet. Der Müll soll ins Zwischenlager Gorleben gebracht werden.

Am Freitag nahmen rund 400 Jugendliche an einer Demonstration in der Kreisstadt Lüchow teil. Rund 150 von ihnen hielten sich nicht an die angemeldete Route und zogen vor eine Polizeiunterkunft. Dort warfen einige Teilnehmer Eier auf Polizisten. Die eigentliche Demonstration mit dem Motto “Augen auf, auch wenn es blendet” endete mit einer Kundgebung in der Innenstadt.

Der elfte Transport mit hochradioaktivem deutschem Atommüll aus der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague sollte den Verladebahnof Valognes am späten Freitagnachmittag verlassen. Die deutsche Grenze soll der Zug am frühen Samstagnachmittag passieren. Dann ist in Gorleben eine Demonstration mit Atomkraftgegnern aus ganz Deutschland geplant.
Im Wendland werden die elf Behälter mit der strahlenden Fracht auf Speziallastwagen umgeladen, die sie dann – gesichert von Polizisten – ins Zwischenlager bringen.

Der Atommüll wird heuer nicht in deutschen “Castor”-Behältern transportiert, sondern im französischen Modell “TN 85”. Da der Atommüll von besonders stark abgebrannten Brennelementen stammt und dadurch eine höhere Strahlung entwickelt, war die Entwicklung dieses neuen Lager- und Transportbehälters notwendig. In den vergangenen Jahren war es bei den Castor-Transporten aus Frankreich immer wieder zu gewalttätigen Protesten in Deutschland gekommen.

Das rund 200 Kilometer nordwestlich von Berlin gelegene Dorf Gorleben (680 Einwohner) im äußersten Nordosten von Niedersachsen ist für die starke deutsche Anti-Atomkraftbewegung ein Ort von hoher Symbolkraft. Vor rund 30 Jahren sollte dort eine Wiederaufbereitungsanlage entstehen, doch wurde dieses Projekt seinerzeit als “politisch nicht durchsetzbar” aufgegeben.
Nach wie vor ist Gorleben wegen der unterirdischen Salzstöcke für ein atomares Endlager im Gespräch, das es in Deutschland bisher noch nicht gibt. Die frühere rot-grüne Bundesregierung hat jedoch 2000 einen Erkundungsstopp angeordnet.

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