Spannende Zeiten für Energietechnik

Der Energietechniker Thomas Hilbe ist von seinem Beruf täglich neu „elektrisiert“.

Bregenz. (VN-bem) Thomas Hilbe ist Energietechniker und arbeitet bei der Vorarlberger Energienetze GmbH in einem spannenden Zukunftsberuf. Der Dornbirner Diplomingenieur stellt sich immer wieder auf die sich rasant verändernden Anforderungen ein.

Herr Hilbe, Sie arbeiten für die Vorarlberger Energienetze GmbH. Beschreiben Sie ihr Aufgabengebiet.
Hilbe:
Unser Team ist für den Netzbetrieb in Vorarlberg und dem angrenzenden Allgäu zuständig, das bedeutet, dass die Energie vom Umspannwerk hin zu den einzelnen Haushalten kommt. Der Netzbetrieb ist in die vier Betriebsstellen Bregenz, Bezau, Bludenz und Lindenberg unterteilt. Wir unterstützen die Betriebsstellen und übernehmen Projekte. Ich kümmere mich vorwiegend um technische Aufgaben, die Zusammenarbeit mit den technischen Abteilungen, das Engineering – also das Planen und Bauen von Anlagen – den Netzbau mit Trafostationen und die Netzplanung.

Was gibt es dabei zu beachten?
Hilbe:
Unser Aufgabengebiet ist sehr spannend, weil sich in den letzten Jahren viel verändert hat. Man kann sich das so vorstellen: Früher wurde, was die Energieverteilung anbelangt, wie mit einer Gießkanne vorgegangen. Die Energie wurde von den großen Kraftwerken eingespeist und über die Umschaltwerke weiter an die Haushalte verteilt. Jetzt dreht sich dieses Prinzip etwa durch Photovoltaikanlagen auf den Hausdächern der Kunden um. Es fließt Energie zurück. Diese dezentrale Energieerzeugung stellt die Leitungen vor Herausforderungen.

Was sind die spannenden Seiten an Ihrem Beruf?
Hilbe:
Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Auch weil unser Team klein ist, da ist jeder ein Allrounder. Derzeit arbeiten wir an dem Projekt „Fit für 2030“. Wir gehen der Frage nach, wie das Stromnetz 2030 aussieht und wie wir uns auf die Aufgaben einer zunehmenden E-Mobilität vorbereiten können.

Bis 2020 sollen 10.000 Elektroautos in Vorarlberg angemeldet sein.
Hilbe:
Wer sich heute ein E-Auto kauft, will es unterwegs und zu Hause bequem laden können. Da sind wir in Zusammenarbeit mit der VLOTTE für den Ausbau der öffentlichen und privaten Ladestationen zuständig.

Sind Sie seit der Lehre bei der Vorarlberger Energienetze GmbH oder ein Quereinsteiger?
Hilbe:
Ich bin ein Kind des zweiten Bildungswegs. Ich habe eine Lehre als Elektrotechniker absolviert, habe daraufhin den Aufbaulehrgang an der HTL in Bregenz absolviert und in der Service- und Anwendungstechnik in verschiedenen Unternehmen gearbeitet. Sechs Jahre habe ich ein berufsbegleitendes Studium an der Fernuniversität Hagen absolviert und 2010 meinen Abschluss als Diplomingenieur Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt regenerative Energietechnik gemacht. Seit 2013 arbeite ich bei den VKW.

Was „elektrisiert“ Sie an ihrem Beruf?
Hilbe:
Ich war immer an Technik interessiert und habe mich lange vor meinem Studium durch einen Freund für erneuerbare Energiegewinnung begeistert. Das war für mich der Einstieg bei den VKW.

Wie wird das Thema Energie-effizienz umgesetzt?
Hilbe:
Wir machen es möglich, dass Energie aus erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik eingespeist werden kann und der Kunde seinen Strom bekommt.

Wo sehen Sie berufliche Herausforderungen und wie halten Sie sich fit für die Zukunft?
Hilbe:
Wir halten uns mit regelmäßigen Tagungen auf dem aktuellen Stand und stehen mit anderen Netzbetreibern im Wissensaustausch. Durch die neuen Effekte, wie der dezentralen Einspeisung und mehr Lasten im Netz mit den unterschiedlichen Stromrichtungen, ist eine der Herausforderungen, das Netz zu digitalisieren und zu überwachen. Dabei gilt es, nur so viel „Intelligenz“ im Netz einzusetzen wie nötig.

Die Serie „Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der VN mit Unterstützung von illwerke VKW.

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