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Spannend und entdeckenswert

Das Palais Liechtenstein und das Rohnerhaus präsentieren Albert Rauch (1908–1970).

Der 1970 verstorbene Albert Rauch hat ein umfangreiches, bis dato kaum dokumentiertes und selten ausgestelltes Werk hinterlassen. Aus Anlass des 100.Geburtstages widmen das Palais Liechtenstein in Feldkirch und das Rohnerhaus in Lauterach dem fast vergessenen Vorarlberger Künstler Retrospektiven.

Bewegte Biografie

Zusammen mit Martin Häusle, Gustl Mayer, Angelo Montibeller, Andreas Amann und Aldo Jahn zählt Albert Rauch zu den wesentlichen Vertretern der Vorarlberger Landschaftsmalerei des 20. Jahrhunderts. Geboren 1908 in Schlins, prägen zwei Weltkriege, die schwierige Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit die bewegte Biografie von Rauch. Künstlerisch geprägt wurde er durch die Malschule Kirchmayr in Innsbruck sowie die Akademie in Wien. Neben dem Beruf des Lehrers trug die künstlerische Produktion, die ihren Höhepunkt in den 50ern und 60ern erreichte, maßgeblich zur Unterstützung der kinderreichen Familie bei. Im Zentrum des vielfältigen Werkes, das auch sakrale Aufträge für Glasfenster oder Fresken umfasst, steht die Landschaft. Sie macht nebst Porträts und Stillleben den Hauptanteil in der von Karlheinz Pichler kuratierten Schau „Berg Tal Dorf Mensch” in Feldkirch aus. In Kenntnis der künstlerischen Strömungen jener Zeit, wenn auch nahezu unberührt davon, gab die direkte Naturanschauung und deren Übertragung ins Bild, den Weg vor. Detailgenau, fast romantisierend, kontrastreich in der Farbe, im Frühwerk nahezu altmeisterlich, später in etwas freierem Duktus, entstehen die für Rauch charakteristischen Gemälde – ein Zugeständnis an Tradition und Lebensraum.

„Nah am Berg”

In Feldkirch nach Motiven und Landschaften lose gruppiert, wird Rauch nicht in der Zusammenschau mit seinen Zeitgenossen gezeigt, sondern mit österreichischen und ostschweizer Künstlern der Gegenwart in Bezug gesetzt. „Nah am Berg” nennt sich die Ausstellung in der Ausstellung, die u. a. Arbeiten von Stefan Waibel, Harald Gfader, Roland Haas, Martin Rauch oder Josef Felix Müller zeigt. Interessante Gegenüberstellungen ergeben sich besonders mit Letztgenanntem, was Analogien in der Auffassung von Raum und Tiefenwirkung in der Malerei anbelangt.

Rohnerhaus

Mit einer stimmigen Auswahl von Arbeiten auf Papier widmet sich das Kunsthaus Rohner in Lauterach dem zeichnerischen und druckgrafischen Werk. Als wertvolle Ergänzung verweist die Schau auf die Bedeutung der Zeichnung als direktes Visualisierungswerkzeug. Auch motivisch erfährt das Bild von Albert Rauch eine Erweiterung, denn neben den Landschaften und Porträts scheinen Plakatentwürfe und in Holz- und Linolschnitten abgehandelte religiöse Themen auf.

 

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