Spanier Contador gab bei Tour de France auf

Nibali brach mit Contador nächster Konkurrent weg
Nibali brach mit Contador nächster Konkurrent weg
Wenige Tage nach Vorjahressieger Christopher Froome hat auch der Spanier Alberto Contador die Tour de France aufgeben müssen. Der zweifache Gewinner (2007 und 2009) stieg am Montag nach einem Sturz auf der 10. Etappe und mit großem Rückstand auf das Feld in das Betreuerauto seines Tinkoff-Rennstalls. Vincenzo Nibali sicherte sich indes den Tagessieg und damit auch das "Gelbe Trikot".


Contador war auf der schwierigen Etappe von Mülhausen zur Bergankunft bei der Planche des Belles Filles nach rund 65 Kilometern bei der Abfahrt von der zweiten der sieben Bergwertungen des Tages (Petit Ballon) zu Sturz gekommen. Nach einer ersten Untersuchung erlitt der zweifache Tour-Sieger einen Schienbeinbruch und muss operiert werden. “Es war seine eigene Schuld. Er hatte beschleunigt und war in ein Schlagloch gefahren”, berichtete der Belgier Jurgen van den Broeck.

Wie paralysiert ließ er die Behandlungen durch den Tour-Arzt über sich ergehen, stieg aber trotzdem noch einmal auf sein Rad. Zusammen mit seinen Teamkollegen setzte er die Fahrt fort, 15 km später sah er die Aussichtslosigkeit seiner Lage ein. Contador legte kurz den Arm um Kollege Michael Rogers, dann beendete er seine persönliche Tour der Leiden und setzte sich in den Begleitwagen zu Teamchef Bjarne Riis. “Vor der Aufgabe hat uns Alberto gesagt, dass er überall Schmerzen habe und es so keinen Sinn mache. Bis heute war alles gut gegangen. Unser Plan war klar. Das Rennen verlief auch absolut planmäßig. In dem Bruchteil einer Sekunde ist alles schief gegangen”, sagte Contadors Sportdirektor Philippe Maudit.

An der Spitze des Feldes machte das Astana-Team von Nibali Tempo. Contador lag zum Zeitpunkt der Aufgabe rund viereinhalb Minuten hinter dem Hauptfeld. Nibali gewann schließlich auch die Etappe vor dem Franzosen Thibaut Pinot (+15 Sekunden) sowie dem Spanier Alejandro Valverde (+20).

Der Italiener drehte erst auf dem 5,9 km langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 8,5 Prozent Steigung so richtig auf, ließ Joaquim Rodriguez noch stehen, und holte sich auf 1.035 Metern Seehöhe seinen zweiten Etappensieg. “Das war eine sehr, sehr schwere Etappe, und Scarponi hat nach seinem Sturz eine unglaubliche Arbeit für mich geleistet. Ich hatte gute Beine, deshalb konnte ich Rodriguez zum Schluss noch stehen lassen”, sagte der Italiener. Der Giro-d’Italia-Sieger von 2013 ist nun in den noch anstehenden elf Teilstücken der große Gejagte, er hat bereits 2:23 Minuten Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Richie Porte aus Australien.

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