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Spanien: Homo-Ehe-Gesetz verabschiedet

Das spanische Parlament hat ein umstrittenes Gesetz über die Eheschließung von Homosexuellen verabschiedet. Die Regelung sieht vor, dass homosexuelle Paare nicht nur heiraten, sondern auch Kinder adoptieren dürfen.

183 Abgeordnete stimmten am Donnerstag für das Vorhaben, 136 dagegen, sechs enthielten sich. Gegen das Gesetz stimmten vor allem die Abgeordneten der konservativen Volkspartei. Neben der katholischen Kirche hatten sich auch andere Religionsgemeinschaften gegen die Homo-Ehe ausgesprochen, in einer Umfrage sprachen sich aber 66 Prozent der befragten Spanier für das Gesetz aus, nur 26 Prozent waren dagegen.

Das Gesetz sieht vor, dass Ehen homosexueller Paare mit heterosexuellen Ehen rechtlich in jeder Hinsicht gleichgestellt werden. In Europa gibt es eine solche Regelung bisher nur in den Niederlanden. In Belgien sind homosexuelle Eheschließungen ebenfalls legalisiert, allerdings ist über die Frage der Adoption von Kindern noch nicht entschieden worden. In Deutschland und den skandinavischen Ländern können homosexuelle Paare ihre Partnerschaft amtlich eintragen lassen, aber keine Kinder adoptieren.

In Spanien hatten sich die Religionsgemeinschaften der Katholiken, Protestanten, Juden und Griechisch-Orthodoxen zuvor in einer beispiellosen Initiative gegen die Reform ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie: „Die monogame heterosexuelle Ehe gehört zur Tradition der jüdischen, der christlichen und anderer Religionen. Sie war und ist ein elementarer Bestandteil der Sozialgeschichte unseres Kulturkreises.“

Die Vereinigung von Homosexuellen und Lesben feierte dagegen den Parlamentsbeschluss als eine „historische Entscheidung“. Verbandspräsidentin Beatriz Gimeno betonte: „Dies ist ein Sieg für alle, die an Gleichberechtigung und Gerechtigkeit glauben.“ Der Gesetzentwurf muss noch dem Senat (Oberhaus) vorgelegt werden. Falls er dort von der Mehrheit der Konservativen abgelehnt wird, geht er zurück an den Kongress (Unterhaus). Dort könnte er voraussichtlich im Juni mit der Mehrheit der Linksparteien definitiv verabschiedet werden.

Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte wegen des Vorhabens heftige Kritik von der Katholischen Kirche einstecken müssen und war von Papst Johannes Paul II. scharf gerügt worden. Der Vatikan sieht in dem Gesetz eine Gefahr für die Familie als der Keimzelle der Gesellschaft. Zapatero sagte, er achte die Haltung der Kirche, und er respektiere, was der neue Papst Benedikt XVI. zu dem Gesetz sagen werde.

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