"Spaltung dokumentiert ein Versäumnis der Politik"

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Hubert Dragaschnig, Leiter des Theaters Kosmos, plädiert für Vertrauen in die Wissenschaft.

Für Donnerstagabend hatte das Theater Kosmos die Uraufführung des Stücks "Limbus" von Florentina Hofbauer angesetzt. Wird der seit 22. November angeordnete Lockdown so beendet wie von der Regierung angekündigt, findet die Premiere am 16. Dezember statt. Proben abzuhalten ohne zu wissen, ob man mit einer Produktion auch vor das Publikum treten kann, sei "frustrierend", bemerkte er als Gast in der Sendung Vorarlberg LIVE.

Grundsätzlich habe man aber Verständnis für die Maßnahmen, wenn es angesichts der "Bedrohung" keine andere Möglichkeit mehr gibt. Rückblickend auf die Zeit seit Beginn der Pandemie erläuterte er, dass sich die Situation für die im Kulturbereich tätigen Menschen verbessert habe. Der zuständige Minister habe damals nicht einmal den Unterschied zwischen Kultur und Sport gekannt, mittlerweile biete das Ministerium Kommunikation an. Zu still seien die Kulturschaffenden nicht gewesen, denn die meisten haben Vertrauen in die Wissenschaft. In der Kulturszene sieht Dragaschnig keine Spaltung, dass sie in der Gesellschaft zu bemerken ist, dokumentiere ein Versäumnis der Politik.

Kinder nicht verlieren

Theater definiert Dragaschnig als Gemeinschaftserlebnis, deshalb setze Kosmos auch nicht aufs Streamen und fordert die Erwachsenen dazu auf, Kinder und Jugendliche ans Theater hinzuführen und sie nicht an die Virtualität zu verlieren. Der Blick in die Zukunft erfüllt ihn hinsichtlich des Fortbestandes einer lebendigen Szene sowie im Hinblick auf das Publikumsverhalten mit Sorge. Beim Kulturbudget gehe es um eine Investitition in die Gesellschaft. Es brauche mündige Menschen, neben der Bildung sei die Kunst diesbezüglich ein wichtiger Impulsgeber.

(VN/cd)

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