Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Sorgfalt, Respekt und Liebe

Hittisau - Irmi Bechter ermöglicht ihren Mastgänsen ein gutes Leben bis zuletzt.

Aufgeregt schnatternd watscheln die Gänse über die weiß angezuckerten Felder am Bauernhof von Irmi und Peter Bechter in Hittisau. Die gefiederte Schar kann gehen, wohin sie will. Kein Zaun hindert sie. Und doch ist ihr Weg vorgezeichnet. Sentimentalitäten dieser Art leistet sich nicht nur der unbedarfte Beobachter dieser romantischen Szenerie. Auch die Familie Bechter hängt an den Tieren. Gleichzeitig sichern sie die Existenz der kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft. Deshalb werden sie mit Sorgfalt, Respekt und Liebe aufgezogen, ehe sie in den nächsten Tagen und Wochen als kulinarische Köstlichkeit die Gaumen vieler Feinschmecker erfreuen.

Den Hof reaktiviert

Der Hof liegt am Ortsende von Hittisau. Sogar das allwissende Navigationsgerät scheitert an der Bezeichnung „Hangernfluh“. Aber auch Irmi Bechter musste sich gründlich umstellen, als sie von Dornbirn in die Abgeschiedenheit dieser Parzelle zog. Doch zumindest an die Landwirtschaft war sie gewöhnt. „Mein Mann und ich stammen beide von einem Bauernhof“, erklärt die junge Frau. Weil sie den Kindern Melanie und Martin ebenfalls die Möglichkeit bieten wollten, in der Natur und mit Tieren aufzuwachsen, suchte das Paar nach einer Lösung, den veralteten Hof auf Vordermann zu bringen. Viehzucht ging nicht, denn Irmi Bechter leidet an einer starken Gehbehinderung. „Schließlich haben wir uns für die Gänsehaltung entschieden. Das ist auch für mich machbar“, sagt sie unbefangen. Sie informierte sich und erhielt die Auskunft, dass vor allem Bio-Weidegänse gefragt seien. Allerdings begann das tierische Abenteuer früher als gedacht. „Die stallst du ein“, wurde sie vom Ernteverband kontaktiert, der 65 Gänse zu viel bestellt hatte. „Obwohl uns damals die Erfahrung fehlte, brachten wir den ganzen Wurf durch“, freut sich Irmi Bechter heute noch über den guten Ausgang. Und sie erinnert sich gut an den ersten Kunden, einen Schweizer. „Der ist wenigstens weit weg, falls ihm die Gans nicht schmeckt, dachte ich mir“, erzählt die „Gänsemama“ lachend. Wochen später stand er wieder vor der Tür. Nicht um sich zu beschweren, sondern eine zweite Gans zu kaufen. Inzwischen sind Bechter’s Bio-Weidegänse bei Gastronomen und Privatkunden ein Begriff. Rund 500 wurden heuer bereits verkauft. Einige gibt es noch.

Gras und viel Auslauf

Gleich nach dem Schlüpfen kommen die Gössel, so der Name der Junggänse, auf den Hof und dort in ein warmes Bett aus Sägespänen und Stroh. Vier bis sechs Wochen bleiben sie im Stall, dann dürfen sie regelmäßig auf die Weide. Biologisches Getreide, frisches Gras und viel Bewegung sorgen für ein fett­ärmeres und zartes Fleisch. Die Schlachtung erfolgt ebenfalls auf dem eigenen Hof. Das Leben von Mastgänsen ist von vorneherein begrenzt. Gerade ein halbes Jahr ist ihnen geschenkt. „Deshalb sollen sie es wenigstens in dieser Zeit gut haben“, betont Irmi Bechter. Dafür tut sie alles.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • VN-Menschen
  • Hittisau
  • Sorgfalt, Respekt und Liebe
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen