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Sonnenkönigin: Größtes Event-Schiff floppt

Bregenz - Wegen der Wirtschaftskrise wird die MS "Sonnenkönigin" kaum gechartert. Ein Jahr nach ihrer Jungfernfahrt wird das größte Passagierschiff des Bodensees deshalb verpachtet.
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Statt Luxus-Events für Großfirmen gibt es Erlebnisfahrten im mittleren Preissegment.

Der Österreichische Unternehmer und Betreiber der “Vorarlberg Lines”, Walter Klaus, wollte sich nicht nur einen Bubentraum erfüllen, als er vor zwei Jahren in einer Werft am Bodensee ein futuristisches Passagierschiff mit fünf Decks in Auftrag gab.

Bei der Jungfernfahrt im September 2008 sagte der Besitzer des 13 Millionen Euro teuren Riesenschiffs, die “Sonnenkönigin” werde neue Impulse für die Wirtschaftsregion Bodensee setzen. Das exklusive Schiff mit seiner neun Meter hohen Eventhalle sollte von Firmen für Tagungen und Kongresse gechartert werden.

Zu teuer

Laut verschiedenen Medienberichten wurde der Preis für die Schiffsmiete von anfänglich 40.000 zwar auf 18.000 Euro pro Tag gesenkt. Zusätzlich wurde eine Gebühr von 35 Euro pro Gast erhoben, was bei einer mittleren Auslastung des 1000 Personen fassenden Schiffs nochmals Kosten von 17.500 Euro verursachte.

Die Schiffsmiete war offenbar auch für prestigeträchtige Großfirmen zu hoch. “Das Schiff ließ sich im ursprünglich angedachten Preissegment nicht verkaufen”, bestätigt Werner Netzer, Geschäftsführer der Klaus-Holding Medienberichte. Statt mit Luxus- Events Kunden zu verwöhnen, lag die “Sonnenkönigin” deshalb in den vergangenen Monaten die meiste Zeit ungenutzt im Bregenzer Hafen.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht müsse die “Sonnenkönigin” in andere Gewässer geführt werden. “Wir verpachten sie an die Firma Mo-Catering, die bisher schon unser zuverlässiger Partner für die Verpflegung auf dem Schiff war”, sagte Netzer. Die Marketing- Gesellschaft Sonnenkönigin AG mit Sitz in St. Gallen wurde stillgelegt.

Keine Konkurrenz für Bodensee-Schifffahrt

Firmen-Events der Luxusklasse will die “Sonnenkönigin” in Zukunft keine mehr anbieten, dafür Erlebnis-Fahrten im mittleren Preissegment. Allerdings wolle man auf keinen Fall die Schweizerische Bodensee Schifffahrtsgesellschaft SBS konkurrenzieren, sagt Netzer.

Damit würde sich der Besitzer der “Sonnenkönigin” ins eigene Fleisch schneiden. Die Klaus-Holding ist an der SBS zu 40 Prozent beteiligt und betreibt auch die “Vorarlberg Lines”.

Größtes Schiff auf dem Bodensee

Die “Sonnenkönigin” ist 70 Meter lang und knapp 15 Meter breit. Sie bietet Platz für 1000 Passagiere. Das futuristische Schiff ist damit um einen Drittel größer als jedes andere bisher auf dem Bodensee verkehrende Schiff. Es hat einen Tiefgang von zwei Metern und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde.

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