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Sonne schickt keine Rechnung

Photovoltaikpark Blons-Hüggen
Photovoltaikpark Blons-Hüggen
Das Große Walsertal ist bezüglich Photovoltaik Ausbau eine Vorzeigeregion.

In der „Solar-Bundesliga“ spielt das Große Walsertal unter den Top zehn österreichweit eine dominante Rolle. Blons ist derzeit mit knapp 2000 Watt pro Einwohner absoluter Spitzenreiter vor Fontanella und St. Gerold. Thüringerberg rangiert derzeit an siebter Stelle. Mit der derzeitig gewonnenen Solarenergie könnte der Gesamtbedarf an Strom in der Gemeinde Sonntag ganzjährig abgedeckt werden. Dies entspricht etwa der Menge von sieben Prozent, die im ganzen Tal verbraucht wird.

Wichtiger Meilenstein war die Errichtung des Photovoltaikparkes in Blons-Hüggen mit einer Leistung von 412 kWp (Kilowattpeak). „Vor dem Bau gab es große Diskussionen, ob gerade im Biosphärenpark die Natur mit einer solchen technischen Anlage verbaut werden soll, obwohl noch viele ungenutzte Dachflächen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig braucht es aber solche Projekte, um die Entwicklung voranzutreiben. In diesem Zwiespalt fällten die Verantwortlichen die Entscheidung, dass es eine Anlage in dieser Art nur einmal in Vorarlberg geben soll. So ist die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme im Jahre 2003 größte nachgeführte Photovoltaikanlage in Europa wirklich etwas Einzigartiges geworden, das immer wieder Anlass für Exkursionen und Anfragen bietet und auch einen Beitrag zum Bekanntheitsgrad des Großen Walsertales leistet“, ist der Großwalsertaler „Solarpapst“ Albert Rinderer stolz.

Die restliche montierte Leistung von 590 kWp auf Privathäusern ist für Rinderer Beweis, dass im Biosphärenpark das Thema Photovoltaik bereits hohen Stellenwert in der Bewusstseinsbildung hat und dass schon viele Bewohner die Zeichen der Zeit und Lösungsmöglichkeiten für die Herausforderungen der Zukunft erkannt haben.

„Leider gilt das nicht für die Verantwortlichen der österreichischen Energiepolitik. Deshalb ist diese Entwicklung mit dem Jahr 2003 durch die Kapriolen des österreichischen Ökostromgesetzes jäh gestoppt worden. Alle Reparaturen bis zur jüngsten gerade am 23. September 2009 beschlossenen Novelle haben noch immer keine vernünftige Basis für neue Photovoltaikinvestitionen gebracht. Das ist ein Trauerspiel für die Umwelt aber auch für die Wirtschaft“, ärgert sich Rinderer. Beim Projekt e-Regio im Biosphärenpark versucht man deshalb auch „Umwege“, damit endlich wieder Photovoltaikanlagen im Tal gebaut werden können.

Autor: Harald Hronek

 

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