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Song Contest startet - "Ohne Politik, bitte!"

Diskussionen über die Parlamentswahl oder andere politische Themen wie der Kosovo, seien lieber zu vermeiden, lautete die Em­pfehlung der Europäischen Rundfunkunion an die Journalistengemeinschaft, die sich zu dem diesjährigen Eurovision Song Contest in Belgrad eingefunden hat. Bilder der Teilnehmer 

Die serbische Hauptstadt führt seit Tagen ein Doppelleben. Während in den Parteibüros führende Politiker Tag für Tag Beratungen hinter der verschlossenen Tür im Versuch führen, politische Strategien für die Regierungsbildung auszuklügeln, laufen im neuen Stadtviertel Belgrads die Vorbereitungen auf den Song Contest auf Hochtouren.

Vor dem ersten Halbfinale ist in dem Sava-Kongreßzentrum, wo das Pressezentrum die größten Säle im Erdgeschoß eingenommen hat, keine Nervosität zu spüren. Die erfahrenen Song-Contest-Journalisten versammeln sich immer wieder vor den großen Plakaten in dem Korridor, auf denen die Wettquoten für die besten Lieder der zwei Halbfinali angebracht sind. Die Listen werden aufgrund der Stimmen von Journalisten und Song-Contest-Fans immer wieder aktualisiert. Sollte es von ihnen abhängen, wird die griechische Sängerini Kalomira mit ihrem Lied “Secret combination” am Dienstag am besten abschneiden, gefolgt vom Vertreter Russlands, Dima Bilan, dessen Lied “Believe” der Favorit der serbischen Wettbüros vor der heimischen Vertreterin Jelena Tomasevic mit ihrem “Oro” ist. Für die Musik der serbischen Sängerin zeichnete Zeljko Joksimovic. Der 36-jährige Musiker wird zusammen mit Jovana Jankovic auch die Moderation des Song Contestes übernehmen.

Den Song-Contest-Anhängern ist der diesjährige Moderator durch den Auftritt bei der Eurovision im Jahre 2004 in Erinnerung geblieben, als er dem damaligen serbisch-montenegrinischen Staatenbund den zweiten Rang sicherte. Zwei Jahre später brachte seine Musik den ersten Nachbarn, der bosnischen Rockgruppe “Hari Mata Hari”, den dritten Rang.

Sollten die Journalisten recht haben, wird sich einer der zwei diesjährigen Neulinge – San Marino – am Dienstag kaum freuen. Aserbaidschan dürfte größere Chancen haben, in das Finale zu kommen. Geringe Chancen wurden am Montagabend auch der Niederlande, Montenegro und Moldawien eingeräumt. Abgesehen von “Dustin, the Turkey”, der in seinem Lied “Irland douze points” angeblich um ein besseres Europa wirbt, wird in den meisten Liedern des ersten Halbfinales die Liebe großgeschrieben.

Während in der Belgrader Arena, dem Austragungsort des Song Contest, am Montag die letzten Proben liefen, waren die Beschäftigten der Stadtverwaltung bemüht, die Politik aus der nächsten Nähe der Sporthalle zu vertreiben. Auf Hauswände gesprühte Parolen wie “Djilas, der Tycoon” (in Anspielung auf den Bürgermeisterkandidaten der Demokratischen Partei) aus dem vergangenen Wahlkampf wurden überall übermalt.

Die Eintrittskarten für das Finale am Samstag sind schon seit Wochen ausverkauft. Für die Halbfinali waren aber noch bis zuletzt Eintrittskarten zu erhalten. 45 Fernsehanstalten werden heuer den Wettbewerb direkt übertragen. Das serbische staatliche Fernsehen RTS hat in der Arena 24 Kameras installiert. Die Übertragungen der drei Abende werden insgesamt 600 Minuten dauern, errechneten die Organisatoren. Via TV werden sie weltweit von 200 bis 250 Millionen Menschen verfolgt werden. In der Arena selbst werden bei den Hauptproben und den drei Wettbewerbsabenden insgesamt 130.000 Zuschauer erwartet. Die Einnahmen vom Song Contest dürften sich heuer auf fünf Millionen Euro belaufen.

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