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Soldaten räumen jüdische Siedlung

Israelische Soldaten haben im nördlichen Westjordanland den Siedlungs-Außenposten Hawat Gilad geräumt. Die Einwohner haben keine Gegenwehr geleistet.

Bei den ersten Räumungsversuchen vor zwei Wochen war es noch zu heftigen Zusammenstößen zwischen hunderten von radikalen Siedlern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Der israelische Armeesender meldete, diesmal hätten etwa 20 Einwohner der „Mini-Siedlung“ südlich von Nablus keine Gegenwehr geleistet. Die nach dem ersten Räumungsversuch Mitte des Monats wieder aufgebauten Hütten seien niedergerissen worden.

Ein Sprecher der Siedler, Jehoschua Mor Josef, bekräftigte am Dienstag, der Außenposten werde nicht aufgegeben. „Wir werden den Weg und den Zeitpunkt finden, um auf ehrenwerte Art nach Havat Gilad zurückzukehren“, sagte er dem israelischen Radio. Die Räumung illegal errichteter Siedlungen im Westjordanland ist vom israelischen Verteidigungsminister Benjamin Ben Eliezer angeordnet worden.

Die internationale Gemeinschaft betrachtet alle Siedlungen in palästinensischem Autonomiegebiet als illegal. Insgesamt leben dort rund 200.000 Siedler. Die Siedlungspolitik ist einer der Hauptstreitpunkte bei einer möglichen Lösung des Nahost-Konflikts.

Israelische Soldaten nahmen in der Nacht an verschiedenen Orten des Westjordanlands acht Palästinenser fest. In Nablus ging den Soldaten ein Palästinenser ins Netz, dessen Name nach dem Selbstmordanschlag am Sonntag in der Siedlerstadt Ariel zunächst als Täter veröffentlicht worden war. Nach israelischer Einschätzung war der militante Arm der Fatah-Bewegung zunächst fälschlich davon ausgegangen, der 18-jährige Mohammed Kashir stehe hinter dem Anschlag, bei dem drei israelische Soldaten getötet wurden. Mit einem Bekennerschreiben hatte sie daher seine Identität preisgegeben.

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