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So sehen die Vorarlberger ihre Zukunft als Pensionist

• Weniger als jeder Zweite glaubt an gesetzliche Rente in der heutigen Form
• Weniger als jeder Zweite glaubt an gesetzliche Rente in der heutigen Form ©APA
Neun von zehn Befragten orten eine starke Veränderung bei den Ansprüchen künftiger Pensionisten.

Die Erkenntnis, dass private Vorsorgemaßnahmen aufgrund sinkender Sozialleistungen essentiell sind, ist – laut vorliegender IMAS-Studie – bei 96 Prozent der Vorarlberger bereits fest im Bewusstsein verankert.

Die stärksten Veränderungen zu früheren Pensionisten-Generationen sehen die Befragten in Vorarlberg in einem verstärkten Wunsch nach ausgedehnten Reisen und der Möglichkeit, sich dabei die Welt anzusehen sowie im Betreiben von Sport (71 Prozent). Danach folgt ein verstärktes gesundheitsbewusstes Leben (69 Prozent) und eine aktive Gesundheitsvorsorge (64 Prozent).

Gesetzliche Rente vs. private Vorsorge

Nicht einmal jeder zweite Befragte (45 Prozent) in Vorarlberg glaubt nämlich, dass es die staatliche Pension in der heutigen Form bei eigenem Pensionsantritt noch geben wird. Ein Halten des gewohnten Lebensstandards, alleine mit der staatlichen Pension, bezweifeln mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten im Ländle völlig.

Demzufolge meinen beinahe alle Pensionsskeptiker in Vorarlberg (99 Prozent), dass sie in Zukunft mehr privat vorsorgen werden müssen und das Pensionsantrittsalter deutlich steigen wird (90 Prozent).

81 Prozent sind der Ansicht, dass die Pensionsbeitragszahlungen erhöht werden und 80 Prozent glauben, dass die staatlichen Pensionen weiter gekürzt werden.

Immerhin 47 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es für sie einmal überhaupt keine staatliche Pension mehr geben wird. Übrigens: Aktuell wenden die Österreicher laut Studie monatlich im Durchschnitt 120 Euro für die eigene private Pensions- und Gesundheitsvorsorge auf.

Lebensträume angehender Pensionisten

Wenig überraschend gestalten sich die Lebensziele für das eigene Alter.

  • So ist eine gute Gesundheit für neun von zehn Vorarlberger (92 Prozent) die klare Nummer 1 auf ihrer Wunschliste fürs eigene Alter
  • Gefolgt von der Hoffnung, später einmal finanziell abgesichert zu sein und sich über Geld keine Sorgen machen zu müssen (91 Prozent).
  • Auf Platz 3 und 4 der Befragten im Bundesland Vorarlberg, mit 74 Prozent und 72 Prozent folgen der Wunsch im Alter nicht einsam zu sein und später einmal eine ausreichend hohe Pension zu beziehen und damit möglichst lange selbstbestimmt leben zu können.

Pflegekosten als Damokles-Schwert

85 Prozent der Vorarlberger sind der festen Überzeugung, dass der rechtzeitige Abschluss einer privaten Pflegeversicherung unabdingbar ist, um später selbst darüber entscheiden zu können, wie man betreut bzw. gepflegt werden möchte. Auf die Frage, wie hoch die Menschen die finanzielle Lücke zwischen den zukünftigen Pflegekosten und den staatlichen Pflegeleistungen einschätzen, wird in Vorarlberg ein Betrag von durchschnittlich 1.706 Euro im Monat genannt.

Die durchschnittliche Alterspension in Österreich beläuft sich auf 890 Euro für Frauen bzw. 1.480 Euro für Männer und das mediane Pflegegeld auf rund 470 Euro.

Betreuung und Pflege am liebsten zu Hause

Befragt danach, wie sich die unterschiedlichen Pflegeangebote künftig entwickeln werden, meinen acht von zehn Vorarlberger (80 Prozent), dass die Betreuung durch mobile Pflegekräfte im eigenen Zuhause am stärksten an Bedeutung gewinnen wird. Gefolgt vom Pflege- und Altenheim mit 63 Prozent und auf Platz 3 die 24-Stunden-Betreuung durch eine externe Pflegekraft in den eigenen vier Wänden (57 Prozent).

Völlig abgeschlagen, mit lediglich 26 Prozent, sehen die Befragten die künftige Bedeutung der Pflege durch Familienangehörige. Geht es allerdings danach, welche Betreuungsform man sich selbst einmal wünscht, führt hier klar die Pflege durch die Familie, gefolgt von der 24-Stunden-Betreuung zu Hause und den mobilen Pflegekräften sowie der Betreuung in einem Pflege- und Altenheim.

Factbox

  • 9 von 10 Befragte orten starke Veränderung bei Ansprüchen künftiger Pensionisten
  • Weniger als jeder Zweite glaubt an gesetzliche Rente in der heutigen Form
  • 85 Prozent halten eine private Pflegeversicherung für unabdingbar
  • Monatliche Lücke: 1.706 Euro fehlen jedem Befragten in Vorarlberg für Pflege

Zur Studie: s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung zum Thema „Die neue Pensionisten-Generation“. Ende 2019 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen zu finanziellen Vorsorgethemen, die Entwicklung der Wünsche und Vorstellungen zukünftiger Pensionisten-Generationen sowie zum Zukunftsthema Pflege. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren.

(red)

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