So hat Europa gewählt

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Rund 400 Europäer waren für die EU-Wahl wahlberechtigt - bislang liegen vor allem die konservativen und linken Parteien voran.

Deutschland

Die Wähler haben bei der Europawahl in Deutschland die Parteien der Großen Koalition mit historisch schlechten Ergebnissen abgestraft. Die Unionsparteien CDU/CSU und SPD erlitten bei der Abstimmung am Sonntag den Prognosen von ARD und ZDF zufolge deutliche Verluste: Die Union errang demnach 27,5 bis 28 Prozent der Stimmen. Die SPD fiel mit nur 15,5 Prozent auf Platz drei hinter die Grünen zurück.

Diese fuhren mit 20,5 bis 22 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl ein. Die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland) legte im Vergleich zur letzten Europawahl 2014 zu und landete laut übereinstimmender Prognose beider Sender bei 10,5 Prozent. FDP und Linkspartei kamen jeweils nur auf 5,5 Prozent der Stimmen.

Griechenland

Die konservative Oppositionspartei ND (Nea Dimokratia) hat bei der Europawahl in Griechenland die linksgerichtete SYRIZA von Ministerpräsident Alexis Tsipras überholt. Dies zeigt eine Wählerbefragung der Institute MARC/Alco/Metron Analysis/MRB, die nach Wahlschluss am Sonntagabend veröffentlicht wurde. Demnach war die ND mit 36 Prozent vor der SYRIZA mit 27 Prozent.

Die sozialdemokratische KINAL kam demnach auf acht Prozent, die rechtsextreme Goldene Morgenröte (XA) und die kommunistische KKE auf jeweils sechs Prozent, die rechtspopulistische Neue Rechte (EL) auf 3,5 Prozent.

Bulgarien

In Bulgarien ist die bürgerliche Regierungspartei GERB von Ministerpräsident Boiko Borissow laut einer ersten Trendprognose klarer Sieger bei der Europawahl. Die zur Europäischen Volkspartei (EVP) gehörende GERB erhielt nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Alpha Research 32,8 Prozent der Stimmen, wie der private TV-Sender bTV am Sonntag berichtete.

Die oppositionellen Sozialisten kamen demnach auf 23,1 Prozent, gefolgt von der Partei der türkischen Minderheit DPS mit 13,6 Prozent. Ins EU-Parlament dürfte wieder die in Sofia mitregierende nationalistische WMRO (6,8 Prozent) einziehen – und erstmals die neue pro-europäische Koalition Demokratisches Bulgarien (5,9 Prozent).

Kroatien

Die konservative Regierungspartei HDZ hat sich bei der Europawahl in Kroatien trotz deutlichen Verlusten als stärkste Kraft behaupten können. Dies zeigten Exit Polls, die von kroatischen TV-Sendern nach Wahlschluss um 19 Uhr veröffentlicht wurden. Demnach kam die HDZ auf 23,43 Prozent oder vier der elf EU-Mandate, die oppositionellen Sozialdemokraten erreichten 18,4 Prozent (drei Mandate).

Die Protestpartei “Zivi zid” (Lebende Mauer) erreichte mit 6,5 Prozent ein Mandat. Die Überraschung der Wahlen war aber der unabhängige Kandidat Miroslav Kolakusic, der sich mit 8,2 Prozent einen Sitz in Straßburg sicherte. Jeweils ein Mandat ging auch an die europaskeptischen Souveränisten (6,4 Prozent) und die linksliberale “Amsterdam-Koalition” (5,6 Prozent).

Ungarn

Die Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orban ist einer ersten Prognose zufolge mit Abstand stärkste Kraft bei der Europawahl in Ungarn geworden. Sie kommt auf rund 56 Prozent der Stimmen, geht aus der Umfrage des Instituts Nezopont hervor. 2014 waren es bereits 51 Prozent gewesen.

Auf dem zweiten Platz folgen mit je zehn Prozent die MSZP und die Demokratische Koalition, beide Teil der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament.

 

 

 

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