So geht es mit dem Sport in Vorarlberg weiter

Die Regierung erklärt die Lockerungen für Vorarlberg im Sportbereich
Die Regierung erklärt die Lockerungen für Vorarlberg im Sportbereich ©Mirjam Mayer - VOL.AT
Thematischer Schwerpunkt der heutigen Online-Pressekonferenz war der Sport. Neben ersten Lockerungen für den Leistungs- und den Freizeitsport sei die teilweise Öffnung des Olympiazentrums von besonderer Bedeutung.
Viele Sportstätten ab Mai wieder offen

„Die Infektionszahlen entwickeln sich stabil mit nur noch sehr geringen Zuwächsen, sodass möglicherweise der Peak erreicht sein könnte. Das erlaubt eine schrittweise Öffnung von Wirtschaft und Gesellschaft“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner in seiner heutigen (Mittwoch, 15. April) Stellungnahme zur aktuellen Corona-Situation in Vorarlberg. „Möglich ist das dank Ihnen, die Sie auch über die Oster-Feiertage die notwendigen Einschränkungen und Anweisungen sehr diszipliniert befolgt und eingehalten haben“, sprach er der Bevölkerung seinen Dank aus.

Außerdem will das Land Vorarlberg den Vereinen mit vorgezogenen Förderungen helfen und richtet einen Sporthärtefonds ein. „Unser Ziel ist es, dass kein Verein durch die Corona-Krise seine Existenz verliert“, sagte Wallner.

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„Wir lassen keinen Verein im Stich. Alle zugesagten Förderungen werden ausbezahlt“, betonte auch Sportlandesrätin Martina Rüscher. Auch wenn Veranstaltungen nicht stattfinden und Leistungen nicht erbracht werden konnten bzw. können, werde keine Rückzahlung dieser Mittel verlangt. Außerdem werden die Mannschaftsspitzensportförderungen – in Summe 1,3 Millionen Euro – vorgezogen ausbezahlt.

Mit einem Sporthärtefonds will die Landesregierung dazu beitragen, den Vereinen und Profiverbänden ihre durch die Corona-bedingten Einschränkungen entstandenen Schäden zu ersetzen. Dabei schließt sich das Land an die Leistungen des Bundes an. „Wir schauen uns an, wo es dann noch Härtefälle gibt, die wir abfedern können“, so Rüscher.

Trainingsbetrieb im Olympiazentrum wieder möglich

Im Olympiazentrum in Dornbirn dürfen ab 20. April bestimmte Athletinnen und Athleten unter entsprechenden Sicherheitsauflagen wieder trainieren. Das gilt für jene, die bereits für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert sind oder reelle Qualifikationschancen haben sowie für Wintersportlerinnen und -sportler auf Weltcup-Niveau.

Freizeitsportlerinnen und -sportler erinnerte Rüscher daran, dass nur Freiluft-Sportstätten wieder betreten werden dürfen, wo ein Abstand von zwei Metern bei der Ausübung des Sports gewährleistet ist. So sind etwa Tennis oder Golf möglich, aber im Mannschaftssport sowie für Indoor- und Kampfsportarten ist weiterhin Geduld gefragt und auch für die Veranstaltung von Publikumsevents müssen die weiteren Entscheidungen des Bundes abgewartet werden.

Härteausgleich für Familien

Landeshauptmann Wallner begrüßte die Einigung zwischen Bund und Ländern zur Unterstützung von Familien, die durch die Corona-Krise unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Der Bund stellt 30 Millionen Euro aus dem Familienlastenausgleichsfonds für einen Familienhärteausgleich zur Verfügung. Zielgruppe sind Familien, in denen Elternteile wegen der Corona-Krise arbeitslos geworden oder in Kurzarbeit sind oder sich als selbstständig Erwerbstätige nun in einer Notsituation befinden. „Die Inanspruchnahme dieser Unterstützung hat keinen Einfluss auf den Familienzuschuss des Landes, dieser bleibt in voller Höhe aufrecht“, betonte Wallner.

Mehr zum Corona-Familienhärteausgleich gibt es hier auf der Seite des Ministeriums.

Rücksicht nehmen in Öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nötig

Mobilitätslandesrat Johannes Rauch begrüßte es, dass Öffentliche Verkehrsmittel nun auch wieder für Freizeitfahrten genutzt werden dürfen, mahnte aber zugleich weiterhin Disziplin und Rücksichtnahme ein: „Nicht alles, was erlaubt ist, muss auch gemacht werden. Es ist weiterhin geboten, Abstand zu halten und zu überlegen, welcher Weg wirklich notwendig ist. Sollte der Platz in den Öffentlichen Verkehrsmitteln knapp werden, bitte ich Sie, jenen den Vorrang zu geben, die zur Arbeit müssen oder dringend notwendige Besorgungen zu erledigen haben.“    Zudem ist in Bus und Bahn das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle außer Kinder bis zum 6. Lebenjahr verpflichtend. „Wenn keine Maske zur Verfügung steht, können auch ein Schal oder ein Halstuch verwendet werden. Wichtig dabei ist, dass Nase und Mund bedeckt sind. Die Maske schützt unser Gegenüber – wenn wir sie alle tragen, schützen wir uns gegenseitig. Bitte nehmen Sie Rücksicht aufeinander", appellierte Rauch.

Diverse Sportstätten ab 1. Mai wieder geöffnet

Die nächsten Lockerungen der COVID-19-Maßnahmen betreffen den Sport. Wie Fachminister Werner Kogler (Grüne) am Mittwoch erklärte, sollen ab 1. Mai diverse Sportstätten vom allgemeinen Betretungsverbot ausgenommen sein. Als Beispiele nannte der Vizekanzler Leichtathletik-Anlagen, Tennisplätze, Golfplätze, dazu Pferdesport- und Schießanlagen. Spitzensportler dürfen schon früher wieder trainieren.

"Durch die Ausgangsbeschränkungen steigt natürlich das Bedürfnis nach Bewegung, und zwar vor allem außerhalb der eigenen vier Wände", sagte Kogler. "Außerdem ist Frühling, es gibt den Drang nach draußen. Da wollen wir mehr ermöglichen als bis jetzt."

Kogler appelliert an Hausverstand

Mehrmals verwies der Sportminister bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) auf den Hausverstand, wonach aus gesundheitspolitischen Gründen Sportarten mit geringerem Körperkontakt gegenüber Mannschafts- und Kampfsportarten bevorzugt würden. Für Liebhaber von Tennis, Golf, Reiten, Leichtathletik, Schießen, Segelfliegen und anderen Outdoor-Aktivitäten bedeutet dies gute Nachrichten, denn für sie soll es ab 1. Mai wieder Möglichkeiten geben, ihrem Hobby nachzugehen.

Auch andere Sportarten sollen dazugehören, Kogler wollte keine "taxative" Liste vorlegen. Mehr Klarheit dürften die entsprechenden Verordnungen des Gesundheitsministeriums bringen, die in Vorbereitung seien. Die Fachverbände seien aufgefordert, spezielle Empfehlungen abzugeben. Beim Tennis könnte es beispielsweise notwendig werden, dass jeder der beiden Spieler mit seinen eigenen Bällen aufschlägt. Diese könnten markiert werden, der traditionelle Hand-Shake nach einem Match müsste wohl entfallen. Die Innenanlagen der betroffenen Sportstätten (Kabinen, Duschen, Kantine etc.) sollen bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

Ausnahmeregel für Profi-Sportler

Profisportler sollen idealerweise schon ab Anfang nächster Woche durch eine Ausnahmeregel trainieren dürfen - und zwar auch in Indoor-Einrichtungen, was im Hobbybereich nicht erlaubt ist. Wie Kogler ausführte, betrifft dies 600 Personen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch den Sport bestreiten. Auch dafür müssten vorher die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, wobei sich der Grünen-Vorsitzende optimistisch zeigte, dass dies bis 20. April gelingen könnte. Die Auflagen: Es brauche "mindestens 20 Quadratmeter" pro Person, der Mindestabstand zu anderen soll zwei Meter betragen.

Bundesliga-Clubs dürfen wieder trainieren

Auch die Clubs der Fußball-Bundesliga können wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. In Kleingruppen von bis zu sechs Spielern solle die Vorbereitung auf die Fortsetzung der Meisterschaft unter Ausschluss von Zuschauern ("Geisterspiele") erfolgen. Wann - und unter welchen Bedingungen - die Bundesliga den Spielbetrieb wieder aufnehmen wird, ist noch offen.

Laufen und Radfahren durfte man auch seit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen Mitte März - allerdings nur unter Einhaltung eines Mindestabstands zu anderen. Nach einer Studie der Universitäten Leuven und Eindhoven, die Kogler zitierte, sollte dieser aber künftig nicht 1,5 Meter betragen, sondern wesentlicher größer sein. Für das Laufen erwähnte Kogler zehn Meter, für schnelles Radfahren bei etwa 30 km/h 20 Meter. Das sei eine Empfehlung, die sich daraus ergebe, dass bei Ausdauersportarten anders ein- und ausgeatmet werde, potenziell infektiöse Tröpfchen weiter fliegen könnten.

Formel-1-Geisterrennen vorstellbar

In puncto Veranstaltungen mit Publikum wollte Kogler "gar keine großen Hoffnungen wecken". Es werde in den nächsten Monaten "mit der Zusammenkunft von Menschen auf engem Raum" schwierig werden - "aber auch da gibt es Überlegungen, wie wir das handeln könnten". Vorstellen könne er sich etwa ein Formel-1-"Geisterrennen" im Juli in Spielberg. Er sei dazu ständig Kontakt mit dem steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. Das Problem dürften die Ein- und Ausreisebestimmungen werden, deutete er an.

Freibäder bleiben auch ab 1. Mai noch zu

Werner Kogler hatauch das Schwimmen und die Freibäder angesprochen. Während es in gewissen Sportarten ab 1. Mai Lockerungen geben wird, bleiben die meisten Freibäder noch zu. "Es ist nicht vorstellbar, dass mit 1. Mai die Bäder aufsperren wie wir sie kennen", so Kogler.

"Gar nicht einmal, weil man zu wenig wissen würde, über die möglichen Ansteckungsprobleme beim Schwimmen oder weil wir immer danach trachten müssen, was ist der Abstand auf der Liegewiese, das geht vielleicht auch noch", erklärte Kogler. Das Problem liege eher beim Ein- und Ausgang der nicht frei zugänglichen und mit Kosten verbundenen Freibäder. "Wie bei vielen solchen Institutionen spielt das Ein- und Auslass-Management eine Rolle. Beim Baden sind auch viele Kinder betroffen, wenn man sich das so überlegt: Dann strömen bei Badeschluss alle zum Ausgang: ich beglückwünsche all jene, die sich jetzt sagen trauen, wie sie das regeln, dass die nicht alle auf engstem Kontakt zusammenlaufen."

Die verschiedenen Ressorts würden allerdings auch darüber nachdenken. "Bei größeren Wasserflächen ist es noch einmal anders, die vielleicht auch frei zugänglich sind." Er wolle nicht zu viel vorwegnehmen, aber: "ich denke, dass da andere Lösungen möglich wären". "Wenn die allgemeinen Abstandsregeln eingehalten werden, wüsste ich nichts von einem Betretungsverbot in einen See hinein. Was Freibäder mit Eintritt betrifft, entsprechenden Kassen und Ein- und Ausgängen, muss ich leider festhalten, dass das mit 1. Mai mit Sicherheit nicht erlaubt werden wird."

Der Bade-Sommer sei aber noch nicht aufgegeben. "Wir arbeiten daran, dass das später noch geht und quasi dieser Bade-Sommer nicht verloren gegeben werden muss."

(APA/Red./VLK)

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