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So gefährlich ist Ablenkung am Steuer

©VOL.AT/Rauch
Auch die kürzeste Ablenkung am Steuer kann gefährlich enden, wie ASFINAG und ÖAMTC im Driving Camp Röthis demonstrieren. Vor allem das Mobiltelefon gilt inzwischen als eine der häufigsten Unfallursachen.
Demonstration Ablenkung am Steuer

Ein kurzer Blick aufs Mobiltelefon dauert nur wenige Sekunden – in denen man auf der Autobahn bei Geschwindigkeit 130 pro Sekunde 36 Meter zurücklegt, ohne die Straße im Blick zu haben. Was dies allein schon bei Tempo 50 bedeutet, demonstrierten ASFINAG und ÖAMTC am Montag in Röthis.

Jeder dritte tödliche Unfall durch Unachtsamkeit

Denn die Zahlen einer österreichweiten IFES-Umfrage mit an die 1.000 Teilnehmer sind erschreckend:

  • 8 von 10 bestätigen, dass Lesen und Schreiben am Handy stark ablenkt. Dennoch, ein Drittel gibt zu es dennoch regelmäßig am Steuer zu tun, jeder zehnte sogar sehr häufig;
  • 4 von 10 haben während der Fahrt schon Fotos gemacht, bei den unter 30-Jährigen sogar mehr als die Hälfte. Fotografiert wurden Landschaften, besondere Wetterverhältnisse und Naturereignisse scheinbar am häufigsten;
  • 47 Prozent mussten deswegen in den vergangenen 12 Monaten in einer gefährlichen Situation scharf bremsen, jeder Vierte das Lenkrad verreißen, um auf der Spur zu bleiben;
  • 2017 kamen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen 56 Menschen ums Leben – davon 17 in Unfällen, bei denen allein Unachtsamkeit und Ablenkung die Unfallursache waren.

Damit ist Ablenkung noch vor Übermüdung, zu hohem Tempo oder zu wenig Abstand die Unfallursache Nummer 1 auf Österreichs Schnellstraßen. Mit der Kampagne “Hallo Leben” will man auf die Risiken aufmerksam machen, denn die Gefahr werde immer noch unterschätzt. Dies zeigt auch die genannte Umfrage:

So stark sind die Vorarlberger abgelenkt

  • Jeder dritte Vorarlberger greift während der Fahrt zum Mobiltelefon;
  • 20 Prozent telefonieren im Auto oft ohne Freisprecheinrichtung, nur 20 Prozent telefonieren nie ohne Freisprecheinrichtung;
  • 21 Prozent lesen oft hinterm Steuer Kurznachrichten, während über die Hälfte dies nie tun würden. Immerhin noch 16 Prozent schreiben selbst Kurznachrichten und E-Mails hinterm Steuer;
  • An die 30 Prozent bedienen das Navigationsgerät während der Fahrt;
  • Immerhin 8 Prozent Schminken, Rasieren und Frisieren sich hinterm Steuer.

Gerade im stockenden Verkehr greift jeder zweite zumindest gelegentlich zum Mobiltelefon – um zu schreiben, dass man sich verspäten würde. Gerade aber mit dem Blick abseits der Straße wäre man im Blindflug unterwegs und damit ein zusätzliches Risiko nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle nachfolgenden Verkehrsteilnehmer, warnen Stefan Siegele (Geschäftsführer ASFINAG Alpenstraßen GmbH) und Jürgen Wagner (ÖAMTC).

Drei Tipps für weniger Ablenkung im Straßenverkehr

  • Erledigen Sie alles, was nicht zum “reinen Fahren” gehört, vor der Abfahrt. Dazu gehört Essen, Trinken, Rauchen wie auch Telefonieren oder die Mails kontrollieren. Auch das Navi sollte man bereits vor der Abfahrt einstellen.
  • Elektronische Geräte nach Möglichkeit nicht während der Fahrt bedienen. Dies gilt sowohl für Mobiltelefone wie auch für einen CD-Wechsel am Radio. Telefone sollte man im besten Fall auf lautlos schalten.
  • Gegenstände griffbereit ablegen. Was gesucht werden muss, wird zum Sicherheitsrisiko. Dinge wie Sonnenbrillen sollten daher einen fixen Ort haben. Alles andere gehört an sich in den Kofferraum und nicht auf den Beifahrersitz. Bei einem Unfall könnten diese ansonsten zum Wurfgeschoss werden.
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