So beeinflusst Corona die Finanzen der Vorarlberger

Corona beeinflusst Spar- und Ausgabeverhalten in Vorarlberg
Corona beeinflusst Spar- und Ausgabeverhalten in Vorarlberg ©APA | Sparkasse
Steigende Fallzahlen und die Angst vor noch weitreichenderen wirtschaftlichen Konsequenzen bewegen aktuell auch viele Vorarlberger.

Obwohl zwei Drittel von ihnen angeben, keine negativen finanziellen Auswirkungen durch Corona erleiden zu müssen, hinterlässt die Pandemie deutliche Spuren im Spar- und Ausgabeverhalten.

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So wird weniger gespart, deutlich weniger mit Bargeld bezahlt und in der Anlagestrategie auf Nummer sicher gesetzt. Das ergab die aktuelle Umfrage von IMAS International im Auftrag von Erste Bank und Sparkasse. So schränken sich nun laut Studie fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) finanziell ein.

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Weniger gespart

Für mehr als drei Viertel der Vorarlberger (77 Prozent) ist Sparen gerade in Corona-Zeiten „wichtig“ bzw. „ziemlich wichtig“. Das sind weniger als im Vorjahr (-4 PP).

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Der Wert liegt aber immer noch im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

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Derzeit spart man durchschnittlich 260 Euro pro Monat – ebenfalls weniger als noch vor einem Jahr (2019: 264 Euro).

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Damit bildet das Ländle – einst Spar-Champion in Österreich – gemeinsam mit Wien das Schlusslicht im Bundesländer-Ranking.

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Gleichzeitig erweist sich die Bevölkerung des westlichsten Bundeslandes so zufrieden wie nie mit ihrer Sparleistung: Überdurchschnittlich viel, nämlich zwei Drittel (66 %; Österreich: 59 %), geben an, „zufrieden“ bzw. „sehr zufrieden“ mit ihrem Sparbetrag zu sein.

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Die Corona-Pandemie hat auch die Prioritäten verändert, wofür gespart wird: 87 Prozent der Befragten mehr als im Vorjahr (2019: 83 %) – gehen mit einem Notgroschen auf Nummer sicher. Ebenso nimmt die Vorsorge für die Pension einen deutlich höheren Stellenwert ein (2020: 53 %; 2019: 42 %). Auffällig ist auch die Entwicklung im Zusammenhang mit der Urlaubskasse: 39 Prozent geben in Vorarlberg an, für Urlaubsreisen zu sparen. 2019 waren das nur 31 Prozent.

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Mehr digital – weniger bar

Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger verzichten allerdings nicht auf jene größeren Anschaffungen, die schon vor Corona geplant waren: So geben fast drei Viertel (73 %) der Befragten an, bereits ins Auge gefasstes Wohneigentum tatsächlich kaufen oder bauen zu wollen. Nur 9 Prozent verwerfen nun dieses Vorhaben. Etwas mehr als die Hälfte (56 %) will mittelgroße Anschaffungen wie Auto, Möbel oder Haushaltsgeräte durchziehen, 17 Prozent verzichten hingegen ganz darauf. Wer es sich leisten kann, nutzt derzeit weiterhin die niedrigen Zinsen.

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Darüber hinaus geben in der Studie 36 Prozent der Befragten an, jetzt häufiger kontaktlos mit Karte oder Smartphone zu bezahlen als noch vor Corona. 12 Prozent nutzen verstärkt Online Banking bzw. Mobile Banking.

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Gleichzeitig wandert bei mehr als einem Drittel (35 %) nun weniger oft Bargeld über den Tresen.

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Besonders stark trifft das auf die Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren zu (Österreich: 42 %).

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Sparbuch nicht mehr ganz modern

Nach wie vor setzen mehr als drei Viertel (78 %) in Vorarlberg auf das Sparbuch bzw. eine Sparkarte.

Und das, obwohl für weit mehr als die Hälfte (59 %) diese Sparform nicht mehr zeitgemäß ist.

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Die Pandemie hat im Ländle allerdings vorsichtig gemacht und das Interesse an Wertpapieren deutlich gedämpft. Immerhin sehen 40 Prozent der Befragten Investmentfonds als geeignete mittel- und langfristige Alternative zum Sparbuch. Bei Anleihen sind das 36 Prozent, bei Aktien 37 Prozent.

Sieben Prozent besitzen bereits Kapitalmarktprodukte. Immerhin erwägt rund ein Zehntel (12 %) in Vorarlberg den Kauf von Wertpapieren.

Die Studie zeigt auch, dass sich österreichweit vor allem junge Erwachsene für Aktien, Fonds & Co interessieren.

Zur Umfrage:

Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS International für eine telefonische Befragung rund um die Themen finanzieller Betroffenheit und Veränderungen des Veranlagungs- und Konsumverhalten in Zeiten der Corona-Pandemie. Die Befragung fand im Zeitraum vom 03. bis 16. Juni 2020 statt. Insgesamt wurden 900 Personen (100 pro Bundesland) befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren.

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