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Slowakei freut sich auf Euro-Einführung

Zehn Jahre nach der Einführung des Euro als europäische Gemeinschaftswährung wird die Slowakei morgen, am 1. Jänner 2009, als 16. Land der Währungsunion beitreten. Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Schulden und Inflation in den Griff bekommen.

Umfragen zwei Wochen vor dem Beitritt zeigten, dass 58 Prozent der Slowaken der neuen Währung positiv gegenüberstehen.

Wegen der geplanten Währungsumstellung könnten aber während der beiden ersten Wochen des neuen Jahres manche kleinere Geschäfte in der Slowakei einfach zugesperrt bleiben. Wie die Tageszeitung “Hospodarske noviny” berichtete, seien nämlich viele kleine Läden im Unterschied zu Banken und größeren Unternehmen mit der Euro-Einführung überfordert. Um das nicht öffentlich zugeben zu müssen, erwägen daher viele Geschäftsinhaber eine Flucht in kurzfristig verlängerte Weihnachts- oder Neujahrsferien.

Wenn die Slowakei am 1. Jänner den Euro einführt, sind die Geschäfte noch bis 16. Jänner verpflichtet, auch die Bezahlung in slowakischen Kronen zu akzeptieren. Das Wechselgeld dürfen sie aber nur in Euro und Cent herausgeben. Für manche Inhaber von Zeitungskiosken und kleinen Dorfläden mit nur geringem Tagesumsatz ist das ein zu lästiger Aufwand. “Ich habe dafür nicht genug Euro. Und wieso soll ich überhaupt als Wechselstube fungieren?”, zitierte die Zeitung eine Geschäftsinhaberin.

Einen günstigeren Zeitpunkt zur Euro-Einführung hätte das Land aber kaum finden können. Viele andere Länder in der Region wie etwa Ungarn oder die Ukraine sind von der Finanzkrise schwer getroffen worden. Die Gemeinschaftswährung erweist sich in der Wirtschafts- und Finanzkrise als Stabilitätsfaktor. Während nämlich die Währungen der Nachbarländer Tschechien, Ungarn und Polen gewaltig ins Trudeln kamen, blieb die slowakische Krone in den letzten Wochen auch deshalb stabil, weil der endgültige Wechselkurs zum Euro mit 30,126 Kronen bereits im Juli 2008 fixiert wurde.

Und auch die größte Befürchtung der EU-Währungshüter in der Europäischen Kommission ebenso wie in der Europäischen Zentralbank, wonach der Slowakei nach der Euro-Einführung eine überbordende Inflation drohen könnte, hat sich durch die Finanzkrise relativiert. Einen Monat vor der Euro-Einführung ist die nach EU-Methode berechnete slowakische Inflationsrate zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder unter 4 Prozent gefallen. Seit Herbst 2007 hatte die slowakische Volkswirtschaft mit wachsendem Inflationsdruck zu kämpfen gehabt.

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