Slalom-Finale verpasst

Österreichs Wildwasser-Kanutin Violetta Oblinger- Peters hat am Mittwoch bei den 28. Olympischen Sommerspielen in Athen das Finale der besten Zehn im K1-Slalom verpasst.

Wie ein Häufchen Elend saß die 26-Jährige am Rande des künstlich angelegten Meerwasser-Kanals im Athener Hellinikon-Sportkomplex, getröstet von Ehemann Helmut, und verspürte statt des erhofften Hochgefühls nur eine große Leere. Als Zwölfte verfehlte die Oberösterreicherin das Finale der Top Ten um 3,37 Sekunden, auf die führende Slowakin und spätere Olympiasiegerin Elena Kaliska (103,74) fehlten ihr 13,35. Dabei war sie bis zum vorletzten der 20 Tore im Spitzenfeld gelegen.

Oblinger-Peters, die im Weltcup zuletzt die Ränge vier und fünf erreicht hatte, absolvierte den oberen Teil sehr stark, hatte nach 60 Sekunden Fahrzeit nur knapp fünf Sekunden Rückstand auf die spätere Bestzeit, doch ab Tor 18 nahm das Unheil seinen Lauf. „Da ist das Heck unter Wasser gekommen, das Boot war nicht mehr zu manövrieren“, sagte die Weltranglisten-Fünfte. Sie geriet in schlechtes Fahrwasser, verzeichnete zwei Torberührungen (je zwei Strafsekunden) und drehte sich auch noch in einen Strudel. Damit war das Rennen gelaufen, sogar das „Minimalziel“ Finaleinzug verpasst.

„Ich realisiere noch gar nicht, dass das jetzt die Spiele waren“, meinte Oblinger-Peters. Vor dem Finaltag hatten die selbstkritische Dame auch Selbstzweifel geplagt. „Vielleicht war ich nicht positiv genug eingestellt“, vermutete sie. „Dabei weiß ich, dass ich es drauf habe, aber im Lauf war alles weg.“

Mit ihren rot-weiß-rot gefärbten Haaren wollte die gebürtige Deutsche Edelmetall für Österreich holen, doch stattdessen wurden Erinnerungen an Sydney 2000 (Rang 15) wach. „Ich kann mich noch erinnern, wie ich damals enttäuscht am Zaun gestanden bin, ich habe nicht gedacht, dass mir das noch ein Mal passiert“, sagte sie. Der Sport sei eben ein langer schmerzhafter Lernprozess. Auch wenn ihr bei Olympia neuerlich die Felle davon geschwommen sind – Oblinger-Peters liebt ihren Sport zu sehr, um aufzugeben. „Peking 2008 ist mit Sicherheit ein großes Ziel, die letzten vier Jahre sind auch so schnell vergangen.“

Kaliska bot im Finale erneut eine fehlerfreie Leistung und feierte damit einen überlegenen Sieg, während sich Weltmeisterin Stepanka Hilgertova aus Tschechien, die sowohl 1996 in Atlanta als auch 2000 in Sydney Olympiasiegerin geworden war, diesmal nur mit Platz fünf begnügen musste. Auch bei den Männern jubelte mit Michal Martikan zunächst ein Slowake, allerdings freute er sich zu früh. Denn die Jury brummte ihm nachträglich wegen eines Torfehlers noch zwei Strafsekunden auf, womit Tony Estanguet seinen Olympiasieg von Sydney 2000 wiederholte. Auch in „down under“ hatte der Franzose Martikan auf Platz zwei verwiesen.

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