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Skispringen: ÖSV hat im Kampf um Gesamtsieg vier Asse im Talon

Pointner traut jedem seiner vier Top-Ten-Leute Tourneesieg zu.
Pointner traut jedem seiner vier Top-Ten-Leute Tourneesieg zu. ©DPA
Für viele Menschen ist es das Standard-Programm am ersten Tag des neuen Jahres: Zunächst das Neujahrs-Konzert der Wiener Philharmoniker, um mit süßen Walzerklängen den "Kater" zu vertreiben, danach sollen die Adrenalinschübe beim Beobachten der ÖSV-Adler in Garmisch-Partenkirchen die Sinne beleben. Gleich vier Asse hat Cheftrainer Alex Pointner im Kampf um den Tournee-Sieg noch im Talon.
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“Wir haben vier Leute unter den ersten Zehn. Das ist eine sehr gute Ausgangsposition, weil die Erwartungen nicht auf einen Sportler liegen, wie es letztes Jahr beim Gregor war”, erklärte Pointner vor dem zweiten Part der 62. Vierschanzen-Tournee auf der Olympiaschanze. Der sensationell drittplatzierte Youngster Thomas Diethart will versuchen, gleich locker wie bisher ins Neue Jahr zu springen. “Ich war schon öfters hier zum Training und war auch schon einmal Vierter hier”, erinnerte sich der 21-jährige Michelhausener an einen Kontinentalcup-Auftritt 2010.

Diethart: Stoffschwein bringt Glück

“Mir taugt die Schanze”, sagte die neue österreichische Springerhoffnung, der ein rosafarbenes Stoff-Schwein als Glücksbringer hat. Kurioserweise hat ihm sein Vater Gernot für den Fall des ersten Weltcupsiegs ein echtes Schwein versprochen. Diethart verbringt erstmals in Garmisch Silvester, gemeinsam mit seiner Freundin Anna und seinen Springer-Kollegen. Bus-Fahrer Werner hat den ÖSV-Adlern ein eigenes Feuerwerk versprochen.

Morgenstern will den Sieg

Doch das echte Feuerwerk soll auf der Olympiaschanze folgen. Neben Diethart ist auch der dreifache Olympiasieger Thomas Morgenstern heiß auf die zweite Station. Der 27-jährige Kärntner hat mit dem Neujahrsspringen noch eine Rechnung offen, hat er doch noch nie hier triumphiert. Ein zweiter Platz noch auf dem alten Bakken 2005 war sein einziger Podestplatz, seit die neue Olympiaschanze am 1.1.2008 erstmals im Rahmen der Tournee benützt wurde, hat Morgenstern die Ränge 6-6-9-14-6-11 belegt.

Aufgrund seiner Routine und Form hat er als Gesamt-Fünfter, nur 5,1 Zähler hinter Leader Simon Ammann, aus dem ÖSV-Lager vielleicht die besten Chancen auf die Tournee-Führung. Und das trotz seines schweren Sturzes in Titisee-Neustadt. Cheftrainer Pointner verglich Morgenstern aufgrund des tollen Comebacks nach schwerem Sturz gar mit Hermann Maier. “Danke für die ehrenvollen Worte, das stärkt mich”, meinte Morgenstern, der vor kurzem mit Tochter Lilly deren ersten Geburtstag gefeiert hat.

Ein gewohnter Begleiter für ihn wird wieder Physio Herbert Leitner sein, der Morgenstern beim Schuhbinden, Anschnallen etc. hilft. “Es hat echt tipp-topp funktioniert, aber es war auch für den Kopf anstrengend”, schilderte Morgenstern, der sein übliche Routine vor dem Sprung völlig umkrempeln musste. Selbst das berühmte Schenkelklopfen mit beiden Händen auf dem Zitterbalken musste er weglassen.

“Warum sollte es nicht klappen?”

Von den Schmerzen her sei alles “in einem Okay-Zustand”. “Ich freue mich auf Garmisch, es ist aufs Neue eine große Herausforderung für mich. Ein bisserl ist die Schanze hier wie Titisee-Neustadt, warum sollte es hier nicht klappen?”, fragt sich Morgenstern.

“Schlieri” will Titel verteidigen

Im Reigen der sieben Springer für Rot-weiß-rot ist neben dem siebentplatzierten Michael Hayböck natürlich der Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer keinesfalls schon abzuschreiben. 20,3 Punkte scheinen viel, doch noch sind sechs Wettkampf-Sprünge bei dieser Tournee zu absolvieren. “20 Punkte sind zum Aufholen, aber in Garmisch sollte was kommen, das ist klar, sonst wird’s eng”, meinte Schlierenzauer.

Hayböck mit viel Selbstvertrauen

Am wenigsten beachtet aus diesem Quartett ist Hayböck, der sich mit drei Siegen im Kontinentalcup viel Selbstvertrauen und dem ÖSV den siebenten Fixstartplatz bei der Tournee gesichert hat. Rang sieben in Oberstdorf war das zweitbeste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. “Ich habe mich voll auf die Kontinentalcups eingelassen und bin sehr glücklich, dass ich es im Weltcup so umsetzen habe können”, freut sich der 22-jährige Oberösterreicher. “Man sieht, wenn man im Kontinentalcup eine gute Form aufbaut, kann man im Weltcup gut mitspringen.”

“Ich traue jedem der vier zu, dass er die Tournee gewinnen kann”, ist sich Cheftrainer Pointner sicher. Er wird die Silvesternacht zu seinem 43. Geburtstag am Neujahrstag wie immer im etwa 45 Autominuten entfernten Innsbruck verbringen.

“Wir können nichts verlieren, wir können nur einen neuen Rekord aufstellen. Die fünf Siege en suite sind schon Rekord”, beteuerte Pointner.

(APA)

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