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Skandal um versuchtes Blut

Oberösterreichische Firma soll mit verseuchtem Blut gehandelt haben - die Staatsanwaltschft ermittelt.

In der Affäre um möglicherweise verseuchtes Blut aus Afrika und den USA, das über eine oberösterreichische Firma für Medikamente verwendet und dann in den Fernen Osten exportiert wurde, haben sich für die ermittelnde Staatsanwaltschaft Linz jetzt die Verdachtsmomente erhärtet. Es gelang dem – eigens für diesen Fall frei gestellten – Staatsanwalt, erste Klarheit über den internationalen „Weg“ der gefährlichen Medikamente zu bekommen. Vorerhebungen laufen gegen insgesamt sieben Personen.

Demnach dürfte die oberösterreichische Firma über einen längeren Zeitraum Blut aus Afrika und auch aus den USA importiert haben, das – nach dem Stand der Ermittlungen – nicht ausreichend auf Hepatitis- und auch HIV-Viren untersucht wurde. Die oberösterreichische Firma dürfte in der Folge dieses Blut zu „Rohmaterial“ für die Herstellung von Medikamenten verarbeitet haben. Dieses „Rohmaterial“ ging zu einer Firma in Israel, die daraus die Medikamente herstellte. Bei dieser israelischen Firma hat man nicht gewusst, dass es sich bei der Lieferung aus Oberösterreich um nicht entsprechend geprüftes Blut handelte.

Aus Israel kamen die Medikamente wieder zurück zu der oberösterreichischen Firma, die ihrerseits damit Großabnehmer in Frankreich und der Schweiz belieferte. Diese wiederum lieferten – ebenfalls ohne um die Gefahr zu wissen – die Medikamente weiter an die Endabnehmer vor allem in Indien und China. Von dort liegen inzwischen erste Informationen aus Krankenhäusern vor, dass es bei der Verwendung dieser Medikamente bei Patienten unerklärliche „Nebenwirkungen“ gegeben haben soll.

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