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Silbertal arbeitet NS-Zeit auf

Silbertal - Die Montafoner Gemeinde Silbertal setzt nach Bekanntwerden der NS-Vergangenheit des Silbertalers Josef Vallaster alles an die Aufarbeitung dieses dunklen Flecks in ihrer Geschichte.

In der Gemeindevertretung wurde beschlossen, dass sich eine Arbeitsgruppe des Themas annehmen soll. Unter der Leitung des Montafoner Historikers Bruno Winkler hat diese „Geschichtswerkstatt“ jetzt erstmalig getagt.

Der Silbertaler SS-Scharführer Josef Vallaster war im Dritten Reich am Massenmord von einer Viertelmillion Juden und Behinderten beteiligt. In Vorarlberg war er bis vor kurzem ein Unbekannter. Das soll sich jetzt ändern, geht es nach dem Silbertaler Bürgermeister Willi Säly. Säly forderte eine restlose Aufklärung Vallasters Taten. Eigens zu diesem Zweck wurde in Silbertal eine Geschichtswerkstatt eingerichtet, die sich mit der Causa Vallaster beschäftigt.

In ihrer ersten Sitzung hat die Geschichtswerkstatt ein Programm zusammengestellt, das im nächsten halben Jahr umgesetzt werden soll. So wird unter anderem aufgearbeitet, wie es im Dorf zu NS-Sympathien kommen konnte. Dabei wird laut Säly angefangen von der Erziehung von Vallaster, der wirtschaftlichen Situation bis hin zur Faszination der propagierten Ideologien alles beleuchtet. „Auch der Umgang mit der NS-Geschichte nach 1945 ist ein Thema“, sagte Säly in einer Aussendung.

Leiter der Arbeitsgemeinschaft ist der Montafoner Historiker Bruno Winkler. Laut Winkler werden die Mitglieder der Arbeitsgruppe in den nächsten Wochen und Monaten bei Menschen im Dorf recherchieren, genauso wie an Gedenkstätten oder in Archiven und Privatsammlungen. Zeitzeugen sollen gehört, Landeshistoriker und Chronisten im Dorf befragt werden. Außerdem wird eine Veranstaltungsreihe zum Thema angestrebt.

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