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Sieben Jahre Rechtstreit nach schwerem Arbeitsunfall

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Über 20 Operationen, Morphium gegen die Schmerzen und kein Prozessende in Sicht.

von Christiane Eckert/VOL.AT

Knochenbrüche, Nierenversagen, schwere Dickdarmquetschung, Abriss der Dickdarmarterie, Lungenembolie: Das sind nur einige Verletzungen, die ein schwerer Arbeitsunfall im Jahr 2011 bei einem damals 42-jährigen Maschinisten im Bregenzerwald nach sich zog. Der Mann ließ sich wegen einer Störung in der Steinbrecheranlage von seinem Kollegen in einer Radladerschaufel hochheben und an den Brecher heranfahren. Damals auf vielen Plätzen „üblich“, sagt der heute 47-Jährige. Dass der Mann zwischen Brecher und Schaufel eingeklemmt und schwer verletzt würde, daran dachte niemand.

Selbst schuld

Dass er zur Hälfte selbst schuld ist, weiß er und auch Klagsvertreterin Olivia Lerch räumt ein, dass deshalb „nur“ 55.800 Euro beim Arbeits- und Sozialgericht eingeklagt wurden. „Drei bis vier Monate muss ich jährlich im Spital verbringen, ich bekomme zeitweise hohe Dosen Morphium, danach der Entzug, es ist die Hölle“, erzählt der Kläger. Einst war er Waldarbeiter, Pistenfahrer, ein Stier von einem Mann. Jetzt ist er Vollinvalide, hat einen künstlichen Darmausgang und kann maximal hundert Meter laufen. „Die Ärzte sagen, ich muss froh sein, wenn es so bleibt“, ist auch keine Besserung in Sicht.

Komplexer Fall

So traurig die Folgen, so kompliziert ist der Fall in rechtlicher Hinsicht. In erster Instanz wurde der Fahrer als mitschuldig befunden, der Halter von Radlader als nicht haftbar erklärt. Die zweite Instanz entschied, dass alles nochmals zurück zur ersten Instanz verlagert wird. Das technische Gutachten belegt, dass kein technischer Defekt beim Radlader vorlag. Weitere Gutachten sollen nun weitere Klarheit bringen, hofft jedenfalls das OLG Innsbruck.

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