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Sichtbare Polizeipräsenz in Wiener Fanzone verstärkt

Obwohl am Mittwochabend Tausende türkische Fußballfans in der Wiener Innenstadt laut Exekutive friedlich gefeiert haben, ist die sichtbare Polizeipräsenz in der Wiener Fanzone verstärkt worden, berichtete Christian Stella auf der Host-City-Presskonferenz am Donnerstag.

“Jubel und Auseinandersetzungen sind von der Ferne oft schwer zu unterscheiden”, begründete er die Maßnahme. Bis auf kleinere Reibereien bei türkischen Fans habe es gestern in der Bundeshauptstadt keine Festnahmen und keine Verletzten gegeben.

Die bisherige Strategie der Polizei sei insgesamt aufgegangen, deshalb werde sie auch am heutigen dritten Spieltag in Österreich “unverändert klar umgesetzt”, sagte Konrad Kogler, EURO-Sprecher des Innenministeriums. Der Mittwoch sei “weitgehend ruhig” verlaufen. In Wien haben sich insgesamt etwa 30.000 Gäste aufgehalten, rund 4.000 türkische Fans haben die Tore ihrer Mannschaft in der Wiener Fanzone bejubelt. Nach Matchende zogen die Türken feiernd Richtung Ottakringer Straße, die aus Sicherheitsgründen bis circa 00.30 Uhr gesperrt werden musste. Einige von ihnen blieben in der City und wanderten zum Stephansplatz und anschließend Richtung Schwedenplatz. Weder in der Fanzone noch bei den anschließenden Siegesfeiern kam es zu “nennenswerten Zwischenfällen”, so Kogler und Stella unisono.

Bereits “nach den ersten zwei Tagen haben wir die sichtbare Präsenz in Absprache mit den Veranstaltern erhöht”, sagte Stella. Vorher hätten sich die Beamten “eher versteckt” gehalten. Einen konkreten Auslöser für diese Maßnahme gebe es nicht, man wolle einfach kleineren Eskalationen vorbeugen und das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen.

Die heutigen Matches Österreich gegen Polen in Wien bzw. Kroatien gegen Deutschland in Klagenfurt würden für die Polizei “anspruchsvolle und herausfordernde Einsätze” werden, so Kogler. In der Bundeshauptstadt werden wieder zusätzlich 1.800 Beamte im Einsatz sein. Die 40 Fanbetreuer werden von elf polnischen Spotters und zehn polnischen Uniformierten unterstützt. Bisher gebe es aber keine Informationen, wonach gewaltbereite Fans aus Polen nach Österreich einreisen wollen.

In Klagenfurt erwartet die Polizei am Abend rund 28.000 Fußballfreunde aus Kroatien und rund 15.000 aus Deutschland. In Wien rechnet man mit etwa 30.000 Fans aus Polen. Auf den Anreiserouten kann es laut Michael Takacs von der Wiener Landesverkehrsabteilung zu stärkeren Belastungen kommen, da viele Besucher mit den eigenen Fahrzeugen anreisen werden. Momentan passieren rund 700 polnische Autos pro Stunde die österreichischen Grenzübergänge, ab Mittag werde sich der Anreisestrom noch verstärken.

Am Vormittag haben sich in der Wiener City bereits einige Kleingruppen von polnischen Fans eingefunden, die es (vorerst) noch ruhig angehen wollten. “Wir wollen uns gemütlich Wien ansehen und erst am Nachmittag mit dem Trinken und Feiern anfangen”, sagten zwei junge Polen beim Frühstück in einem Straßencafe in der Kärntner Straße zur APA.

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