Sicherheit des Papstes gefährdet

Die Sicherheit des Papstes ist wegen einer scharfen Rivalität zwischen der vatikanischen Gendarmerie und der Schweizer Garde gefährdet, berichtete eine ehemalige Leibwache des Papstes.

Spannungen zwischen den vatikanischen Sondereinheiten und Mangel an Koordinierung stellen eine gravierende Gefahr für Benedikt XVI. dar, so der Informant im Interview mit dem am Freitag erschienenen Wochenmagazin „Panorama“.

Enrico Martinelli, 14 Jahre lang Leiter der Sicherheitsdienste im Vatikan, bemängelte schwere Kommunikationsprobleme zwischen der aus 110 Mitgliedern bestehenden Schweizer Garde, die das Statut eines Heeres hat, und der aus 130 Agenten zusammengesetzten Gendarmerie des Vatikans, die wie eine Polizei aufgebaut ist. „Der Mangel an Koordinierung ist für die Sicherheit des Papstes noch gefährlicher als der islamistische Terrorismus“, berichtete Martinelli, der zwischen 1985 und 1999 für die Sicherheit im Vatikan verantwortlich war.

„Während der Audienzen auf dem Petersplatz oder der Zeremonie in der Basilika sollten die beiden Korps für die Sicherheit des Papstes zusammenarbeiten, doch nicht immer halten sie sich gegenseitig für kompetent genug“, berichtete „Panorama“. „Es fehlt an Koordinierung, was angesichts der neuen Formen von Terrorismus von gravierender Bedeutung ist“, so Marinelli.

Auch Elmar Theodor Mäder, Kommandant der Schweizer Garde, der in Hinblick auf das 500. Jubiläum der Gründung des Korps eine tiefgreifende Reform in die Wege geleitet hat, klagt über Mangel an Koordinierung. „Mäder fordert mehr Mitarbeiter und hat mit Hilfe der Schweizer Polizei ein Programm zum Anti-Terror-Training der Schweizer Gardisten vorbereitet. Nicht alle schätzen jedoch im Apostolischen Palast den Aktivitätsdrang des jungen Kommandanten“, berichtete „Panorama“. Die Gendarmerie habe bereits mehrere Kräfte zur Terrorbekämpfung ausgebildet. Mehrere von ihnen stammen aus der italienischen Polizei oder von den Carabinieri.

Für die Koordinierung zwischen der Schweizer Garde und der Gendarmerie ist das „Komitee für die vatikanische Sicherheit“ verantwortlich. Dieses Komitee war wenige Monate nach dem Mord an dem Kommandanten der Schweizer Garde, Alois Estermann, und seiner Frau Gladys Meza Romero im Jahr 1998 eingerichtet worden. Dieses Organ tagt jedoch nur drei Mal im Jahr und sorgt de facto nicht für einen Informationsaustausch unter den Korps, so „Panorama“.

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