Sibirien: Technisches Versagen vermutet

Technisches Versagen könnte nach russischen Medienberichten zu dem Flugzeugunglück in Sibirien mit bis zu 131 Toten geführt haben. Schubumkehr war defekt.

An der mit 200 Menschen an Bord verunglückten Maschine Airbus A-310 habe die Schubumkehr zum Abbremsen wahrscheinlich nur an einem der zwei Triebwerke funktioniert, berichtete die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ unter Berufung auf Experten. Die 19 Jahre alte Unglücksmaschine war den Angaben nach schon Anfang März bei einem Start in München von der Startbahn gerutscht.

Ingenieure der betroffenen Fluggesellschaft Sibir (S7) hätten bestätigt, dass vor dem Start in Moskau an der Schubumkehr des A-310 gearbeitet worden sei. Bei der Landung in Irkutsk Sonntag früh war die Maschine ungebremst über die Landebahn hinausgeschossen und in eine Reihe von Garagen gerast. Offizielle Angaben zur Unglücksursache gab es zunächst nicht. Die Flugschreiber wurden zur Untersuchung nach Moskau gebracht.

Bis Dienstagabend wurden in Irkutsk 58 Tote von Verwandten und Medizinern identifiziert. In den Leichenhallen lagen 127 Tote, vier Passagiere wurden vermisst. Das russische Außenministerium erklärte, an Bord seien eine Frau und ein Ehepaar aus Deutschland gewesen. Die Frau aus Stuttgart und der Ehemann hätten verletzt überlebt, die Ehefrau werde vermisst.

Bei der Schubumkehr wird der Luftstrom aus den Triebwerken in Fahrtrichtung des gelandeten Flugzeugs umgelenkt, was beim schnellen Bremsen hilft. Nach Airbus-Angaben dürfe ein A-310 auch nur mit einer funktionierenden Schubumkehr landen, schrieb die „Komsomolskaja Prawda“. In Irkutsk war jedoch die Landebahn nach Regen glatt.

Ein anderer A-310 von Sibir machte am Montag in Simferopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim eine Notlandung. Auf dem Flug vom türkischen Ferienort Antalya nach Moskau sei in einem Triebwerk der Öldruck abgefallen.

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