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Sexualität: Männer zufriedener

Auf der ganzen Welt sind Männer ab 40 mit ihrem Sexualleben zufriedener als Frauen im gleichen Alter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie.

Demnach bleiben die meisten Menschen, die verheiratet sind oder einen Partner haben, bis ins hohe Alter sexuell aktiv.

„Es gab nur sehr geringe Zusammenhänge zwischen Alter und sexuellem Wohlbefinden“, sagte der Leiter der Studie, Edward Laumann, in einem Telefon-Interview. Allerdings wirkten sich andere Faktoren wie Gesundheitsprobleme oder Depressionen merklich aus.

Insgesamt wurden in 29 Ländern 27.500 Menschen zwischen 40 und 80 Jahren befragt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Archives of Sexual Behavior“ veröffentlicht. In Europa, Nordamerika und Australien, wo Männer und Frauen weitgehend gleichberechtigte Sexualbeziehungen hätten, empfindet Laumann zufolge ein größerer Anteil der Bevölkerung körperliche und geistige Freude am Sex. Dieser Anteil sei in männlich dominierten Kulturen ärmerer Länder niedriger.

Das Gefälle zwischen den Geschlechtern war demnach dagegen ein weltweites Phänomen. „Es gibt ein systematisches Missverhältnis zwischen Männern und Frauen“, stellte Laumann fest. Im Schnitt sei der Anteil der Männer, die mit ihrem Sexualleben zufrieden seien, rund zehn Prozentpunkte höher als der der Frauen im selben Land.

In westlichen Ländern hätten rund zwei Drittel der Erwachsenen angegeben, sehr oder sogar extrem zufrieden mit dem Sexualleben zu sein – auch wenn es von Land zu Land Unterschiede gab. So hätten etwa vier von fünf Österreichern den Spaß an der Sexualität sehr hoch bewertet. Dagegen fielen die Franzosen und Schweden deutlich ab. In den USA seien drei Viertel der Männer und zwei Drittel der Frauen zufrieden mit ihrem Sex.

In den sexuell konservativen Kulturen des Fernen Ostens gehe es beim Sex nicht vordergründig um Vergnügen sondern um Fortpflanzung, erklärte Laumann. „Viele Frauen betrachten Sex als schmutzig, als eine Pflicht, als etwas, dass sie ertragen.“ In Japan äußerten sich nur 18 Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen positiv zu ihrem Sexualleben. In Taiwan gaben sogar nur sieben Prozent der Frauen an, Sex spiele eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Laumann zufolge zeigte die Studie auch, dass befriedigender Sex nicht gleichzusetzen ist mit einer zufrieden stellenden sexuellen Beziehung. „Menschen, die Verabredungen haben, erreichen ein höheres Niveau der sexuellen Befriedigung als verheiratete Paare. Aber wenn sie denken, die Beziehung sei nur vorübergehend, beurteilen sie Sex nicht genauso positiv.“

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