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Settling on se Road: Siedler DS

Knuddelfaktor für Aufbaustrategen: Siedler DS.
Knuddelfaktor für Aufbaustrategen: Siedler DS. ©Waibel
Manche hauen lieber kaputt, viele bauen aber genauso gern auf. Der Großmeister des Aufbauspiels heißt Siedler. Den beliebten Teil 2 gibt’s jetzt für unterwegs – auf dem DS. 

Die Siedler ist einer der meistverkauftesten Aufbaustrategietitel aller Zeiten. Besonders beim zarten Geschlecht, das lieber Welten aufbaut, als alles zu zerstören, fand die Serie gleichauf mit der Sims-Reihe sehr viele Fans. Der zweite Teil der Siedler-Serie wird von allen Fans als der bislang beste bis dato bezeichnet – was sich sicher mit dem im Herbst erscheinenden Teil 6 ändern könnte.

Der DS muss sich nicht hinter der PSP von Sony verstecken: Wo das Multimediawunder mit purer Rechenleistung und Edelgrafik auf dem Niveau der Heimkonsole glänzt, kann Nintendo´s  Faltkonsole mit der einzigartigen Bedienung per Stylus und Touchscreen aufwarten – eine geradezu ideale Voraussetzung für alles, was am PC per Maus gesteuert wird. So steuert sich auch Siedler DS zwar etwas ungenau, durch die vielen Menüs muss man die Spielbildschirme auch oft von unten nach oben wechseln (da nur ein Touchscreen vorhanden ist, und so gut wie jedes Element ingame per Stylus abrufbar ist) – aber mit der Zeit geht das in Fleisch und Blut über.

Zur Begrüßung findet der geneigte Fan ein leider ruckelndes Introvideo – das geht andernorts besser. Am Einstiegsscreen ein bekanntes Bild: Freies Spiel ist genauso möglich wie die Kampagne. Bei der folgenden Einführung in die Kampagne wird selbstbewusst ein gewisses Grundwissen über die Siedler-Titel vorausgesetzt, denn sie ist arg oberflächlich. Andererseits steigt der Schwierigkeitsgrad anfangs so sanft an, dass auch Neueinsteiger in die Serie gut zurecht kommen sollten.

Die Steuerung ist eine meiner Meinung nach recht gelungene Kombination aus Touchscreen und Knöpfen, – über die L-Schultertaste werden die Bildschirme jeweils von unten nach oben und zurück geswitcht. Fast alles ist aber gut mit dem Stylus abrufbar, ich ertappte mich zuweilen beim Versuch, mit dem Stylus im oberen normalen Bildschirm etwas per Touchscreen abrufen zu wollen J

Kurz zum Spielprinzip für Bisher-Nichtsiedler: Ausgehend von einem Hauptgebäude dürfen Straßen errichtet werden, die wiederum zu Bauplätzen führen, an denen die notwendigen Gebäude entstehen. Blaue Fähnchen markieren entsprechende Wegpunkte, zwischen denen ein Siedler hin- und herpendelt, um Waren von A nach B zu bringen. Dadurch entsteht ein großes Logistik-Netz, mit dem auch große Strecken zügig überbrückt werden. So gelangen auch die benötigten Baumaterialien aus den Lagerhäusern an entsprechende Bauplätze, an denen sich meist schon ein Arbeiter eingefunden hat. Noch immer ein Hingucker: Wenn ein Siedler mal nichts zu tun hat, steht er in der Mitte seiner beiden Fahnen, liest Zeitung, tut was für seine Fitness und springt Seil oder versucht sich einfach nur in Kaugummiblasen. Was anfangs noch sehr leicht von der Hand geht, gestaltet sich bei fortschreitender Kampagne zur echten Arbeit: Die Erweiterung der Landesgrenzen erfordern Militärgebäude, die Versorgung der Truppen gewährleistet man durch Nahrungsmittel und Güter, die man nach dem Abbau in anderen Produktionsstätten verarbeitet.

Auf die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Gütern muss insbesondere im weiteren Spielverlauf sehr viel Bedacht gelegt werden, denn während Engpässe anfangs kein Problem sind, wird es spätestens mit dem Aufeinandertreffen mit Konkurrenten brenzlig. Eine schlecht versorgte Armee ist nämlich dann der Untergang der florierenden Siedlung gegenüber den Rivalen. Glücklicherweise kann unbegrenzt und an sämtlichen Punkten im Spiel gespeichert werden. Siedeln für zwischendurch? Im Stau? Beim Warten auf das Öffi? Auf der Bahnfahrt in die Arbeit, Schule, etc? Alles kein Problem. Dank der Sleepfunktion des DS durch einfaches Zuklappen kann der geneigte Gamer das Spiel auch pausieren, ohne das Spiel beenden zu müssen. Einfach den Screen wieder aufgeklappt, und weiter geht’s.

Technisch weiß Siedler 2 DS durchaus zu überzeugen: Die Grafik ist praktisch eins zu eins von der PC Version übernommen, wird aber durch die kleinere Ansicht sehr knackig. In zwei Zoomstufen lassen sich die fleißigen Siedler bei ihrer Arbeit beobachten. Die Soundkulisse ist zufriedenstellend, wenn auch die Lautstärke der stimmigen Musik wirkt leider etwas übersteuert – das hat das zum virtuellen Dolby Surround fähige Soundanlage des DS nicht verdient. Leider hat das Game im weiteren Spielverlauf mit Bugs wie Abstürzen zu kämpfen, das Speichern nimmt dann zuweilen auch mal eine Minute in Anspruch. Das sollte bei einem Handheld nicht vorkommen.

 

Fazit:

Siedler DS ist ein gelungener Port vom beliebtesten PC Siedler aller Zeiten. Je länger man sich mit den Siedlern beschäftigt, desto spannender wird es. Der Schwierigkeitsgrad zieht in weiterer Folge dann so stark an, dass man kaum mehr Gelegenheit hat, den Siedlern einfach mal so bei deren Arbeit zuzusehen. Das ist eigentlich schade, so verliert der Titel viel von seiner Knuffigkeit und Gemütlichkeit. Siedler Fans mit DS sollten dennoch zugreifen, der Titel darf in der Sammlung aufbauwütiger Strategen auch nicht fehlen.

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