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Serafin in der Rolle seines Lebens

Es scheint als hätte Operettenstar Harald Serafin als überschwänglicher Juror bei der Fortsetzung der "Dancing Stars" die Rolle seines Lebens gefunden.

„Ich habe schon einen Psychiater gefragt, wieso ich besonders bei den Jugendlichen so gut ankomme“, sagte Serafin im Gespräch mit der APA. Die Antwort des Spezialisten: Durch seine positive Ausstrahlung ist „Mr. Wunderbar“ für viele Kids der Wunsch-Opa schlechthin.

Der Popularitätsschub ist selbst dem nicht gerade publikumsscheuen Serafin ein wenig unheimlich. „Ich wurde sogar beim Würstelstand um ein Autogramm gebeten, weil der Verkäufer meinte, dass es ihm seine Frau sonst nicht glaubt“, wunderte sich der Operettenstar. „Jetzt gibt es mich seit 40 Jahren auf der Bühne – und plötzlich das“, schmunzelte der Sänger.

Innerhalb der Juroren sorgte seine Dominanz bisher für keine Reibereien. „Die anderen verstehen ja wirklich etwas vom Tanzen. Ich kann nicht sagen, ob der Ballen oder die Ferse nach vorne gehört. Ich bin halt das Auge und Ohr der Zuseher“, erklärte Serafin.

Seine überschwängliche Art, die ihm inzwischen den Spitznamen „Mr. Wunderbar“ eingebracht hat, sei auch nicht gekünstelt. „Ich wurde nicht angewiesen, irgendeine Rolle zu spielen. Ich bin wirklich so. Ich war schon als Bub positiv und strahlend“, beteuerte Serafin. Diese Grundfreundlichkeit spiegle sich einfach in seiner Rolle als Juror wider.

Um bei Serafin punkten zu können, müssen die „Dancing Stars“ vor allem ihre Erotik ausspielen. „Und zwar Männer und Frauen. Auch wenn ich auf Frauen natürlich mehr reagiere“, plauderte „Mr. Wunderbar“ aus dem Nähkästchen. Perfektion ist hingegen weniger gefragt: „Keiner kann in sieben Tagen perfekt einen Tanz lernen. Mir ist wichtig, dass sie einen Schmäh haben. Ob der Hax’n einmal verkehrt steht, ist mir egal“, meinte der Sänger.

Mit seiner Popularität bei den Jugendlichen hofft Serafin nun auch, ein jüngeres Publikum für die Operette zu begeistern. „Auch wenn sie manchmal belächelt wird, sie ist ein großes österreichisches Kulturgut“, sagte „Mr. Wunderbar“. Einen kleinen Erfolg kann er dabei schon verbuchen: Der heurige Life Ball am 20. Mai wird im Zeichen der Operette stehen, mit Serafin als einem der Hauptdarsteller.

Als „Dancing Star“ würde Serafin übrigens nicht zur Verfügung stehen. „Dazu bin ich ja schon ein wenig zu alt“, sagte der Sänger. Nicht zuletzt deshalb hat ihn das Ausscheiden von Edi Finger jun. auch geschmerzt: „Ich habe ihn geliebt. Ich wollte ihm noch mit meinen acht Punkt helfen, aber leider hat es nicht gereicht.“

Harald Serafin wurde am 24. Dezember 1931 in Litauen geboren. Im 7. Semester des Medizinstudiums entschloss er sich für die Sängerlaufbahn. Nach ersten Engagements in St. Gallen, Bern, Aachen, Ulm und Zürich erkannte Otto Schenk Serafins spezielles Talent und formte ihn zum „singendenBonvivant der Operette“. 1992 übernahm er die Intendanz der Seefestspiele Mörbisch.

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