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Seligsprechung "in Sicht"

Feldkirch, Rom - Seligsprechungsprozess für Carl Lampert tritt in entscheidende Phase. Sachverständige alle positiv.
Lampert: Von Nazis durch Fallbeil hingerichtet
Detaillierte Informationen über Carl Lampert

1997 hat die Diözese Feldkirch die Seligsprechung des Provikars Carl Lampert beantragt. Jetzt geht das Verfahren ins Finale. Viel deutet darauf hin, dass Benedikt XVI. im Juli seine Unterschrift unter das entsprechende Dekret setzen wird. Carl Lampert wurde 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtet. Der Priester aus Göfis hatte sich mutig gegen die kirchenfeindliche Haltung der Nazis gewehrt. Vorarlberg gedenkt seiner seit Jahren intensiv. Die Lampert-Gedenkwochen im November kreisen seit 2004 um die Person Carl Lamperts, aber auch um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Institutionen und Familie sowie die theologisch-kirchliche Auseinandersetzung mit Erinnerung. Seit 1998 führte die Diözese den ersten Teil des Seligsprechungsverfahrens durch. Federführend wirkten neben Projektleiter Hans Rapp der Vorsitzende des Diözesangerichts, Walter Juen, Prälat Hans Fink und Richard Gohm aus Thüringerberg, der u. a. 2008 die Monografien veröffentlicht hat.

Neun Sachverständige

2004 wurden 38 Aktenordner nach Rom übermittelt. Ihre Übersetzung füllt heute 37 dicke Bücher. Die Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse bat daraufhin neun Sachverständige weltweit um ihre ausführlichen Stellungnahmen zum Fall. Alle neun haben Anfang des Jahres ihre Urteile in Buchform publiziert. Einstimmig kommen sie zur Ansicht, dass bei Carl Lampert ein Martyrium vorliegt. Deshalb empfehlen sie der Kongregation die Seligsprechung des Vorarlberger Priesters. Die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse setzt sich zusätzlich zum Präfekten aus 16 Kardinälen, vier Erzbischöfen und sieben Bischöfen zusammen. Sie wird Mitte Juni zu ihrer Schlusssitzung zusammenkommen und den Fall Carl Lamperts diskutieren. Entscheidend für die Seligsprechung ist nach Aussage von Walter Juen, “ob Carl Lampert wirklich aufgrund seines Glaubens eingekerkert und getötet wurde”. Normalerweise wird so ein Verfahren bis zu vier Mal zum Zweck neuerlicher Beweiserhebung an die Antragsteller zurückverwiesen. Das war bei Lampert nicht einmal der Fall.

Im Juli beim Papst

Abschließend wird der Präfekt der Kongregation, Kardinal Angelo Amato, Papst Benedikt XVI. den Verlauf der Diskussion in der Kongregation schildern und gegebenenfalls das Dekret zur Seligsprechung Lamperts zur Unterschrift unterbreiten. Das wird voraussichtlich im Juli geschehen. Im Gegensatz zur Heiligsprechung bedeutet die Seligsprechung, dass Lampert lokal begrenzt verehrt werden darf. Die Diözese Feldkirch würde sich als Termin der Seligsprechung Lamperts Todestag wünschen. Heuer fällt der 13. November günstig, es wird ein Sonntag sein. (VN)

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