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Seligsprechung für Kriegsdienstverweigerer Jägerstätter

Österreich - Die seit vielen Jahren betriebene Seligsprechung des von den Nationalsozialisten hingerichteten Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter aus Oberösterreich kommt.

Der Papst habe bestätigt, dass die Seligsprechung durchgeführt werde. Das erklärte die Diözese Linz Freitagnachmittag gegenüber der APA.

Zuvor hatte die katholische Nachrichtenagentur Kathpress mitgeteilt, der Vatikan habe am Freitag offiziell das Martyrium des österreichischen Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter (1907-1943) bestätigt. Bei einer Audienz für den Präfekten der Heiligsprechungs-Kongregation, Kardinal Jose Saraiva Martins, habe Papst Benedikt XVI. die Veröffentlichung eines entsprechenden Dekrets genehmigt.

Für die Diözese Linz bedeutet die Mitteilung, der Papst habe offiziell bestätigt, die Seligsprechung werde durchgeführt. Bischof Ludwig Schwarz war für eine Stellungnahme wegen eines Auslandaufenthaltes nicht erreichbar. Aus der Diözese war aber zu hören, dass die Nachricht über die Seligsprechung mit großer Freude aufgenommen worden sei. Nun müssten die nächsten Schritte zwischen dem Heiligen Stuhl und der Diözese festgelegt werden. Sicher sei, dass die Seligsprechung in Linz erfolgen werde. Der Termin sei noch nicht fixiert. Denn für die Feiern sei eine Vorbereitungszeit von rund einem halben Jahr erforderlich.

Der aus St. Radegund im Bezirk Braunau am Inn stammende Bauer und Mesner Franz Jägerstätter ist am 9. August 1943 in Brandenburg hingerichtet worden. Er hatte sich aus religiösen Gründen geweigert, mit der Waffe für Hitler in den Krieg zu ziehen. Jägerstätter wäre heuer am 20. Mai 100 Jahre alt geworden. Seiner inzwischen 94 Jahre alten Witwe Franziska sind erst kürzlich das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich sowie das Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich zuerkannt worden.

Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz, der sich auf der Rückreise von einer Auslandsreise befand, reagierte Freitagnachmittag auf die Mitteilung aus Rom mit den Worten, „das erfüllt mich ganz großer Freude“. Er betonte, „Jägerstätter hat uns auch heute viel zu sagen“.

Die Grundhaltung des hingerichteten Wehrdienstverweigerers aus Gewissensgründen sei zeitlos. Er habe sein Handeln an seinem Gewissen und den Geboten Gottes in der schwierigen Zeit des Nationalsozialismus ausgerichtet. Er habe alle Konsequenzen bis hin zum Martyrium getragen. Er sei entschieden den Weg des Glaubens gegangen, stellte Schwarz fest.

Die Unterschrift des Papstes unter das Dekret sei die offizielle Anerkennung, dass Jägerstätter ein Märtyrer und ein Seliger sei. Das sei etwas Großes für die Diözese. Der Bischof machte darauf aufmerksam, dass nicht mehr der Papst in Rom die Seligsprechung vornehme, sondern dass diese in der jeweiligen Diözese erfolge. Er werde nun Kontakt mit dem Staatssekretariat aufnehmen. Drei Fragen seien zu klären: Wann, wo und wer im Auftrag des Papstes werde die Seligsprechung erklären. Das sei in der Regel ein Kardinal.

Schwarz nannte „lediglich als Überlegungen“ zu einem möglichen Termin den Nationalfeiertag 26. Oktober oder einen Tag im neuen Jahr. Der Ort sollte der Marien-Dom in Linz sein. Wenn er einen Wunsch äußern dürfe, wolle er Kardinal Christoph Schönborn vorschlagen.

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