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Seit 20 Jahren mahnt Alfred Hrdlickas Denkmal in Wien

Vor 20 Jahren fand die lange Diskussion über eine Wiener Gedenkstätte ihr Ende: Alfred Hrdlickas "Mahnmal gegen Krieg und Faschismus" wurde am 24. November 1988 eröffnet.

Begleitet wurde der damalige Festakt von einem massiven Polizeiaufgebot und dem Verteilen von Flugzetteln, die Hrdlicka und Bürgermeister Helmut Zilk (S) attackierten. Mittlerweile ist die Anlage vor der Albertina allerdings fester Bestandteil des Wiener Stadtbildes.

Im Jahr 1983 hatte der Gemeinderat die Errichtung des Mahnmals hinter der Staatsoper durch Hrdlicka beschlossen. Die anvisierte Lage am Albertinaplatz erhitzte in der Folge jedoch die Gemüter. Letztlich handelte es sich bei dem freien Areal um eine Bombenlücke, zumal an dieser Stelle bis zu seiner Zerstörung am 12. März 1945 der Philipp-Hof stand. Unter den eingeebneten Trümmern ruhen heute noch Hunderte Opfer der Bombardierung im Boden.

Die Opposition trat in Folge für einen anderen Standort ein, und auch Wissenschaftsminister Hans Tuppy (V) argumentierte, dass der Bund die Fläche der Gemeinde 1973 unter der Vorausgabe überlassen habe, diese nicht zu bebauen. Sogar die Idee einer Volksabstimmung wurde diskutiert.

Letztlich sprach Zilk im Juli 1988 ein Machtwort und legte sich auf den umstrittenen Standort fest. Bei der Aufstellung des Mahnmals wurde auf eine Fundamentierung verzichtet, um nicht mit Baggern in die Grabstätte eindringen zu müssen. Der Denkmalbereich wurde mit einer 40 Zentimeter starken Stahlbetonplatte abgedeckt.

Beim Festakt konnte dann nur ein noch unvollendetes Mahnmal enthüllt werden, das der Bildhauer erst im Juni 1991 komplettierte. Dominierendes Element des vierteiligen Monumentes ist nun das “Tor der Gewalt”, dessen Sockel aus Mauthausener Granit stammt. Die linke Figurengruppe ist den Opfern der Massenmorde gewidmet, die rechte den Kriegstoten.

Dahinter liegt die Figur des “straßenwaschenden Juden”, welche an die Demütigungen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1938 erinnert. Auf der ursprünglich blanken Skulptur wurde später ein bronzener Stacheldraht angebracht, um die Nutzung als Sitzbank zu unterbinden.

Die sich aus einem Marmorblock schälende Skulptur “Orpheus betritt den Hades” erinnert an die Toten des Widerstandes und des Philipp-Hofes. Als viertes Element gesellt sich der “Stein der Republik” hinzu, in den die österreichische Unabhängigkeitserklärung vom 27. April 1945 eingemeißelt ist.

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