Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Schwurgerichte – nicht nur für Angeklagte eine „große Sache“

Für Richter, Staatsanwälte und Verteidiger stellen derartige Prozesse ebenfalls eine Herausforderung dar.

Mord, Nationalsozialistische Wiederbetätigung und andere schwere Verbrechen rufen das Schwurgericht als Entscheidungsinstitution auf den Plan. Acht Laien müssen über Schuld oder Unschuld entscheiden. Der Staatsanwalt klagt an, der Verteidiger versucht das Beste für seinen Mandanten heraus zu holen, der vorsitzende Richter leitet das Verfahren. Für diese drei Beteiligten bedeutet ein Schwurgericht auch viel Arbeit, enorme Konzentration und eine große Verantwortung. Vor allem, wenn sie am Anfang ihrer Karriere stehen.

Premiere gut gemeistert

Der Mord, bei dem ein 35-jähriger Mann seine Drogenlieferantin mit 85 Messerstichen getötet hatte, stand am elften Oktober auf dem Plan. Staatsanwältin Konstanze Manhart schilderte in ihren Plädoyers klar und übersichtlich die Tat und erklärte die dazu gehörenden Gesetzespassagen. „Man muss juristisch korrekt sein und trotzdem für Laien verständlich bleiben“, erklärt Manhart, die seit drei Jahren als öffentliche Anklägerin im Amt ist. Auch Verfahrenshilfeverteidiger Marin Ulmer meisterte seine Schwurgerichtspremiere ausgesprochen gut. Auch er sieht die große Herausforderung darin, komplexe Zusammenhänge für Laien entsprechend aufzuarbeiten.

Enorm viel Arbeit

Ausgesprochen viel Arbeit bedeutet ein Schwurgerichtsverfahren für den vorsitzenden Richter. Richard Gschwenter musste für den Mordprozess 3000 Aktenseiten wälzen. „Das hat mich schon rund 100 Stunden Zeit gekostet“, so Gschwenter, der erstmals ein Schwurgericht leitete. Eine einzige schriftliche Rechtsbelehrung, die konkret für die Geschworenen – beispielsweise zum Thema Notwehr – ausgearbeitet werden muss, kann locker 40 Seiten umfassen. Den Überblick über so ein Verfahren zu behalten, verlangt hohe Konzentration. Doch auch die Mitarbeiter von Strafkanzlei und Schreibstube sind mit Arbeit ordentlich eingedeckt. Im Hintergrund müssen Ladungen ausgefertigt, Akten vorbereitet und andere zeitaufwendige Aufgaben erledigt werden.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Schwurgerichte – nicht nur für Angeklagte eine „große Sache“
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen