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Schwimmerin Du Toit schreibt Geschichte

Die Südafrikanerin Natalie du Toit schreibt in Peking Geschichte. Die Schwimmerin ist die erste Sportlerin, die in einem Jahr an Olympischen Spielen und den Paralympics teilnimmt.

Die 24-Jährige, die bei der Eröffnungszeremonie die Fahne ihres Landes tragen durfte, tritt in Peking über 10 km an und könnte zur ersten amputierten Medaillengewinnerin seit 56 Jahren avancieren. Dem aufstrebenden Talent Du Toit musste vor sieben Jahren nach einem Verkehrsunfall das linke Bein oberhalb des Kniegelenks amputiert werden.

Abseits des Sports versucht sie Menschen bei Vorträgen in Firmen, Schulen und Kirchen zu überzeugen, dass man mit einem Ziel vor Augen alles erreichen kann und seine Träume nie aufgeben darf. In dieser Saison reduzierte Du Toit aber ihre öffentlichen Auftritte und konzentrierte sich voll auf die Erfüllung ihres Lebenstraumes, bei Olympia mit dabei zu sein.

Im Training arbeitete sie vor allem an ihrer Schwachstelle, dem Sprint. “Ich habe einen starken Oberkörper, aber wenn es zum Sprint kommt, ist es für mich schwierig, das Tempo zu halten”, erklärte die Südafrikanerin ihren Nachteil gegenüber der nichtbehinderten Konkurrenz. Du Toit schwamm in der unmittelbaren Olympiavorbereitung bis zu 19 km am Tag.

Vor ihrem folgenschweren Unfall, in den sie unverschuldet verwickelt worden war, scheiterte Du Toit knapp an der Qualifikation für Olympia 2000 in Sydney. Nur drei Monate nach der Amputation begann sie wieder mit dem Schwimmtraining. Aufgrund der Tatsache, dass dem Beinschlag auf der Langdistanz nicht so großen Bedeutung zukommt, wechselte sie auf die längeren Strecken.

Bereits bei den Commonwealth Spielen 2002 erreichte sie über 800 m das Finale. Vor vier Jahren bei Olympia in Athen war sie noch Zuschauerin, bei den Paralympics gewann sie fünfmal Gold und einmal Silber. Im Mai erfüllte sie sich ihren ganz großen Traum und schaffte die Norm für die Spiele in China. “Es war wundervoll, ich habe von Schwimmern aus der ganzen Welt Glückwünsche erhalten”, sagte Du Toit.

Der bis dato letzte amputierte Sportler, der eine Olympia-Medaille gewonnen hat, war der Pistolenschütze Karoly Takacs im Jahr 1952. Der Ungar hatte bei einer Granatenexplosion seinen rechten Arm verloren und gewann 1948 und vier Jahre später Gold. Der Schwimm-Marathon der Damen, neu im Olympia-Programm, geht am 20. August in Szene.

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