Schwester Angela Flatz – Madre Sr. Angela 27.04.1933 – 15.10.2021

Schwester Angela Flatz – Madre Sr. Angela 27.04.1933 – 15.10.2021
Schwester Angela Flatz – Madre Sr. Angela 27.04.1933 – 15.10.2021 ©FC
Ein Leben für die Indios
Schwester Angela Flatz – Madre Sr. Angela 27.04.1933 – 15.10.2021

Sr. Angela Flatz (Theresa „Resi“ Flatz) wurde am 27.04.1933 als Tochter des damaligen Bürgermeisters Georg Flatz und dessen Frau Klara Flatz in Hörbranz geboren. 1949 ist sie ins Kloster der Halleiner Franziskanerschwestern eingetreten und wurde als Krankenschwester ausgebildet. 1956 wurde sie in die Mission San Ignacio nach Bolivien gesandt, 1958 legte sie ihr ewiges Gelübde (Öffentliches Versprechen in der Ordensgemeinschaft nach deren Regeln zu leben) ab. 2012 konnte Schwester Angela ihr 60-jähriges Ordensjubiläum feiern. Für ihre Arbeit und ihre Werke wurde Schwester Angela mit dem großen Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg und dem silbernen Ehrenzeichen der Diözese Feldkirch ausgezeichnet. Nach ihrer Pensionierung in Bolivien lebte die Hörbranzer Schwester in einer Schwesterngemeinschaft in San Ignacio. Am 15.10.2021 wurde sie von ihrem Schöpfer zu sich in die ewige Heimat gerufen.

Aus dem Leben der Schwester Angela

Die Missionsstation San Ignacio, in die Schwester Angela schon früh geschickt wurde, liegt rund 500 km von der Hauptstadt Santa Cruz entfernt tief im bolivianischen Urwald. Anfangs ist die Ordensfrau aus Hörbranz alleine mit dem Pferd bis zu hundert Kilometer in den gefährlichen Urwald geritten, um die Kranken zu besuchen und zu missionieren. Bald erkannte Schwester Angela die Notwendigkeit eines Krankenhauses für die einheimische indigene Bevölkerung. Sie baute ein Spital mit Namen „Santa Isabell“ auf einem Stück gerodeten Urwald, den sie von einer Christin geschenkt bekommen hatte, auf.

Dort arbeitete sie auch als gelernte Krankenschwester mit. Im Spital gibt es zusätzlich eine Ambulanz, die bis zu 200 Personen pro Tag in Anspruch nehmen. Diese Menschen kommen teilweise mehrere Tagesmärsche weit aus dem Urwald, um medizinisch behandelt zu werden. Auch werden eigene Hilfskrankenschwestern ausgebildet, um die Arbeit in den Stationen aufrecht zu erhalten und die Selbstständigkeit zu fördern. Neben dem Krankenhaus organisierte Schwester Angela, die von der Bevölkerung liebevoll Madre (Mutter) Angela genannt wurde, einen Gesundheitsdienst für die Provinz Velasco. In vielen Siedlungen sind so Gesundheitszentren, sogenannte „Postas Sanitarias“ entstanden.

Diese besuchen Dorfgemeinschaften, um dort notwendige Impfungen durchzuführen, Kinderkrankheiten zu bekämpfen sowie Kranke und Verletzte zu versorgen. Weiter hat Madre Angela Flatz einen Kindergarten, eine so genannte „Guarderia“, für Kinder aufgebaut, deren Eltern arbeiten müssen und die sonst untertags ganz auf sich gestellt wären.

Möglich war dies alles nur durch zahlreiche Hilfen und Spendengelder. So wurden die Projekte von Schwester Angela durch das Land Vorarlberg unterstützt. Aber auch die Gemeinde Hörbranz stand hilfreich zur Seite. Zahlreiche private Spender aus ihrer Heimatgemeinde und aus dem ganzen Land, aber auch der alljährliche Hörbranzer Missionsbasar, sorgten für finanzielle Hilfe. Bei ihren Heimataufenthalten hat Schwester Angela auch immer wieder Vorträge über ihre Arbeit in Bolivien gehalten und so ihre Bemühungen bekannt gemacht.

Auf die Frage was neben dem Krankenhausaufbau und der Missionierung große Herausforderung in Bolivien für Schwester Angela gewesen war, antwortete die fromme Ordensfrau, dass eine ungewohnte Begrüßung wohl ihr größtes Opfer war. In Bolivien angekommen, musste sie einen speziellen Begrüßungstrunk zu sich nehmen. Eine alte Frau zerkaute Mais und spuckte ihn in einen Topf, um diesen dann an Schwester Angela zu reichen.

Schwester Angela wurde auch empfohlen eine Waffe mit in den Urwald zu nehmen. Darauf habe sie geantwortet: „Ich habe eine viel bessere Waffe, ich habe den Rosenkranz.“ Die größte Hilfe für Schwester Angela war aber immer ihr starker Glaube. Sr. Angela ging um 24 Uhr immer noch in die Kapelle, um den Rosenkranz zu beten und für die Unterstützung von Oben zu danken.

Mit Schwester „Madre“ Angela ist ein leuchtendes Zeichen der Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft verstorben.

Der Missionsbasar am 27. & 28. September im Pfarrheim Hörbranz musste auf Grund der Coronasituation abgesagt werden. Ob der Gedenkgottesdienst am Sonntag, den 28.11.2021 in der Pfarrkirche Hörbranz abgehalten werden kann, wird kurzfristig entschieden!!

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