Schweres Bahnunglück in Graubünden: RhB-Zug entgleist - mehrere Verletzte

Zug in Graubünden bei Tiefencastel entgleist - Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz.
Zug in Graubünden bei Tiefencastel entgleist - Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz. ©EPA
Bei einem schweren Zugunglück am Mittwoch in den Schweizer Alpen sind elf Passagiere verletzt worden, fünf davon schwer. Ein Zug der Rhätischen Bahn mit 200 Passagieren an Bord war im Kanton Graubünden nahe Tiefencastel entgleist. Ein Waggon drohte in eine Schlucht zu stürzen, blieb jedoch in einem Baum hängen.
Erste Bilder: Rettungskräfte im Einsatz
Waggon stürzte beinahe in Schlucht

Elf Passagiere wurden verletzt, fünf davon schwer, teilte die Polizei mit. Andere Reisende hätten Schocks erlitten. Polizei und Rhätischer Bahn zufolge fuhr ein Zug mit rund 200 Passagieren am Mittwochmittag in der Nähe der Ortschaft Tiefencastel auf einen Erdrutsch und entgleiste, drei Waggons wurden aus den Schienen gerissen. Ein Wagen stürzte den Steilhang einer Schlucht hinab, blieb aber an Bäumen hängen.

Die Zuggarnitur auf dem Landwasserviadukt, kurz bevor sie entgleiste. (APA/Webcam RhB)
Die Zuggarnitur auf dem Landwasserviadukt, kurz bevor sie entgleiste. (APA/Webcam RhB) ©Die Zuggarnitur auf dem Landwasserviadukt, kurz bevor sie entgleiste. (Kurt Caviezel/Webcam RhB)

Großaufgebot an Einsatzkräften

Rettungskräfte und die Rega waren mit einem Großaufgebot von bis 100 Kräften im Einsatz, berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur sda. Auch mindestens vier Rettungshelikopter etwa zwei Dutzend Rettungsfahrzeuge sowie Taucher seien im Einsatz.

Erdrutsch verschüttet Gleise

Der Zug war von St. Moritz nach Chur unterwegs, als er gegen 12.45 Uhr auf etwa halber Strecke zwei Kilometer vor Tiefencastel zwischen zwei Tunneln entgleiste.

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In der bewaldeten und schwer zugänglichen Gegend hatte es zuvor stark geregnet. Allein in der Nacht zu Mittwoch fielen in der Region Meteorologen zufolge 50 Liter Regen pro Quadratmeter – das entspricht der Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge im gesamten Monat August.

SWITZERLAND RAIL ACCIDENT
SWITZERLAND RAIL ACCIDENT ©EPA

Waggon hängt über Abgrund

Auf Bildern war zu sehen, wie einer der Wagen halb über der Schlucht hing. Ein zweiter wurde offenbar am Steilhang etwa zehn bis 20 Meter unterhalb der Gleise von Bäumen gehalten. Der Triebwagen war mit Steinen und Geröll kollidiert. Die hinteren fünf Waggons blieben im Gleisbett.

Ein Passagier sagte dem Portal “20 Minuten”, der Zug habe plötzlich gestoppt. Alle Insassen des halb von der Trasse gesprungenen Wagens hätten sich in den hinteren Teil gedrängt, um zu verhindern, dass er endgültig in die Schlucht rutscht.

KaPo Graubünden
KaPo Graubünden ©KaPo Graubünden

Anschließend seien die Fahrgäste vom Personal der Rhätischen Bahn durch den hinteren Tunnel geführt und mit Bussen nach Tiefencastel gefahren worden. Die Bahnstrecke von Chur nach St. Moritz im Oberengadin war unterbrochen. Die Passagiere seien angewiesen worden, sich in den hinteren Teil des Zuges zu begeben. Anschließend wurden die Fahrgäste durch den hinteren der zwei Tunnels geführt, zwischen denen sich der Unfall ereignet hatte, und von Postautos nach Tiefencastel gefahren.

Polizei und Rettungskräfte brauchten drei Stunden, um alle Passagiere zu bergen. Weil der Unfallort praktisch nicht zugänglich war, mussten die unverletzten Passagiere sich zunächst zu Fuß entlang der Gleise fortbewegen, bevor sie eine Straße erreichten, wo Busse warteten.

Neben der Rega stehen Rettungskräfte der Feuerwehr, der Alpinen Rettung, das Care Team Grischun sowie die Kapo Graubünden im Einsatz.

(red/APA)

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