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Schwere Gefechte in Monrovia

Die Kämpfe in der liberianischen Hauptstadt Monrovia sind am Samstag wieder mit voller Stärke aufgeflammt. Regierungstruppen und Aufständige lieferten sich Gefechte.

Nahe dem von Rebellen gehaltenen Hafen lieferten sich Regierungstruppen und Aufständische schwere Gefechte. Über dem Hafen stieg schwarzer Rauch auf. In der Innenstadt flüchteten die Menschen vor einem mehrminütigen Granatbeschuss nahe den Regierungsgebäuden.

Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks UNICEF sind rund 300.000 Menschen ohne Nahrungsmittel. „Wir haben bis heute mittag etwa 15 Verletzte gezählt“, sagte Jordi Raich vom Internationalen Komitee von Roten Kreuz (IKRK) in Monrovia. „Die Versorgungslage verschlimmert sich stündlich.“ Die Preise für Lebensmittel hätten sich vervielfacht. Ein Sack Reis koste statt 20 inzwischen 100 Dollar. Das IKRK verteilte in den vergangenen Tagen eine Hilfslieferung mit medizinischen Geräten und Trinkwasser.

Die geplante Eingreiftruppe unter derzeitiger Federführung Westafrikas hat bereits ein Vorausteam nach Monrovia geschickt. Die Ankunft der ersten 300 nigerianischen Soldaten wurde für Montag angekündigt. Die 750 Mann sollen aus dem benachbarten Sierra Leone kommen. Die Nachbarstaaten Ghana, Mali, Benin, Senegal und Togo, die ebenfalls dem westafrikanischen Wirtschaftsbund ECOWAS angehören, haben bereits mehr als 3.200 Soldaten für einen Einsatz bereitgestellt. Die Vereinten Nationen würden bis Ende August für die Logistik sorgen, hieß es in der am Freitagabend (Ortszeit) vom Weltsicherheitsrat in New York verabschiedeten Resolution.

Am Samstag wurde auch die Ankunft dreier US-Kriegsschiffe mit 4.300 Marinesoldaten vor der liberianischen Küste erwartet. Noch ist unklar, ob US-Truppen direkt in Liberia eingesetzt werden. Präsident George W. Bush hatte lediglich die Unterstützung einer westafrikanischen Eingreiftruppe zugesagt. Liberia hatte Washington wiederholt vergeblich um einen Friedenseinsatz gebeten. Die UNO-Resolution erteilt Generalsekretär Kofi Annan den Auftrag, die Ablösung der westafrikanischen Eingreiftruppe durch eine bewaffnete UNO-Friedensmission im Oktober vorzubereiten.

In Nigeria, das dem als als Kriegsverbrecher angeklagten Taylor Asyl angeboten hat, wurden unterdessen Proteste laut. Eine Gruppe von Anwälten und Journalisten habe die Regierung aufgefordert, dieses Angebot aus völkerrechtlichen Gründen zurückzunehmen, berichtete die katholische Nachrichtenagentur MISNA.

Spätestens drei Tage später soll Taylor nach dem Willen der westafrikanischen Staats- und Regierungschefs Liberia verlassen. Taylor hat zwar wiederholt seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, aber noch keine konkreten Schritte erkennen lassen.

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