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Schwelgen in romantischen Gefühlswelten

Annette Dasch und Wolfram Rieger beim Liederabend.
Annette Dasch und Wolfram Rieger beim Liederabend. ©Schubertiade
Auch gegen Ende der Schubertiade gab es im Angelika-Kauffmann-Saal weitere künstlerische Highlights.

Schwarzenberg (sch) Ein Liederabend mit dem deutschen Weltstar Annette Dasch und Streichquartette von Beethoven mit dem Hagen Quartett begeisterten am Donnerstag die Freunde des Kunstlieds bzw. die zahlreichen Fans der berühmten Sopranistin Annette Dasch ebenso wie die große Fangemeinde des exquisiten Hagen Quartetts mit bekanntlich Vorarlberger Wurzeln.

Annette Dasch 

Die Karriere der gebürtigen Berlinerin begann 2000 mit wichtigen Preisen und setzte sich bald mit Engagements an allen bedeutenden internationalen Opernbühnen fort; aktuell kam sie gerade von den Bayreuther Festspielen. Auch als Liedsängerin besitzt Dasch Weltruf; bei der Schubertiade debütierte sie erfreulicherweise schon im Jahre 2006. Für ihren Schwarzenberger Liederabend an der Seite des Meisterpianisten Wolfram Rieger am Flügel wählte Annette Dasch die Zwölf Lieder nach Gedichten von Justinus Kerner, von Robert Schumann (op. 35, 1840), Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine von Felix Mendelssohn Bartholdy und als Reverenz an das Wagner-Jahr 2013 die markanten Fünf Lieder nach Gedichten von Mathilde Wesendonck des Bayreuther Meisters Richard Wagner (1858). Annette Dasch besitzt eine der schönsten und ausdrucksstärksten Sopranstimmen unserer Zeit, glanzvoll in allen Lagen, dazu eine Textdeutlichkeit von hoher Präzision. Die sonst eher mit erotischem Flair auftretende Diva betrat diesmal fast in einer Art stilisierter Nonnentracht die Bühne, was irgendwie zu den Schumann/Kerner-Liedern passte, denn der vor allem durch feuchtfröhlich-gesellige Verse unsterblich gewordene Hauptvertreter der Schwäbischen Dichterschule, Justinus Kerner (1786 in Ludwigsburg –1862, auch Arzt und Autor medizinischer Schriften), verpackte in seine Zwölf Lieder (neben dem Wandern und Weinseligkeit) vor allem sehr inwendige, romantische Gefühlsströme, die reichlich zwischen Herz/Schmerz bzw. Lust/Brust angesiedelt sind. Und die teils sehr stillen Schumann-Vertonungen und die hohe Pianokultur von Dasch und Rieger beendeten den Liederblock fast pp…
Die Lieder von Mendelssohn Bartholdy brachten nach der Pause mehr Farbe und auch Mimik in den Liederabend. Mit wunderbarer Bühnenpräsenz servierte die Dasch Liedperlen wie „Auf Flügeln des Gesanges“, „Gruß“ oder die vor Lebensfreude strotzenden Lieder „Morgengruß“ oder „Reiselied“. Zauberhaft lautmalerisch und echt romantisch durch Daschs Stimme und die delikate Kunst am Flügel durch Wolfram Rieger: „Perlentränentröpfchen“; Elfen reiten, Hörner, Glöcklein in der „Neuen Liebe“. Bei den Wesendonck-Liedern bewies Annette Dasch eindringlich, wie meisterhaft sie auch dieses Genre beherrscht.

Hagen Quartett

Das Hagen Quartett und die Schubertiade – seit 1985 begeistern die vier exzellenten Musiker von Weltformat das internationale Publikum. Im Rahmen des Mottos „Die Streichquartette VI“ interpretierte das Hagen Quartett die Streichquartette C-Dur, op. 59/3 und B-Dur, op. 130, mit großer Fuge, op. 133. Einmal mehr bestach das Quartett (Lukas Hagen und Rainer Schmidt, Violine; Veronika Hagen, Viola, und Clemens Hagen, Violoncello) durch sensible Klangqualität, solistische Meisterschaft, unüberbietbare Homogenität und tief lotende Musikalität. Vor allem die sich monumental auftürmende Große Fuge des Opus 133 riss den Hagen-Fans den Jubel mit stehenden Ovationen geradezu aus den Händen.

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