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Schweizer: Sorgen um die Arbeitsplätze

Eine Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage hatten die Schweizer schon im Sommer erwartet. Nun sind sie noch etwas pessimistischer geworden.

Dies geht aus der am Montag veröffentlichten vierteljährlichen Umfrage hervor, mit der das beim Berner Wirtschaftsministerium angesiedelte Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Stimmung bei rund 1.100 privaten Haushalten erkundet.

Die Sorge um die Arbeitsplätze drückt auf die Stimmung der Verbraucher. Der Index der Konsumentenstimmung sank im Oktober um zehn Punkte auf minus 27 und damit auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Auch der langjährige Durchschnitt von etwa minus acht wurde zum zweiten Mal unterschritten. Seine historischen Tiefs von minus 39 und mehr, die aus den Jahren 1992, 1996 und zuletzt 2002 datieren, hat der Index aber noch nicht erreicht.

Nach Ansicht der Befragten hat sich die Wirtschaftslage verschlechtert und wird sich in den kommenden zwölf Monaten weiter verschlechtern. Der entsprechende Umfragesaldo sank auf minus 61 von minus 45 im Juli. Größer ist die Veränderung bei der Einschätzung der Arbeitsplatzsicherheit. Die entsprechende Kennziffer aus der Umfrage verschlechterte sich auf minus 61 von minus 21 im Juli. Das bringt möglicherweise die wichtigste inländische Konjunkturstütze zum Wackeln. Die Konsumausgaben und damit die Umsätze im Einzelhandel sind an die Entwicklung des Arbeitsmarktes gekoppelt. Gespart wird, wenn die Konsumenten Angst davor haben, ihre Arbeit zu verlieren.

Angesichts der Konjunkturnachrichten aus den umliegenden Ländern der Eurozone sind die Umfrageergebnisse wohl keine Überraschung. Aber dafür, dass die Schweiz wahrscheinlich erst am Anfang einer Rezession stehe, zeichneten die Daten doch ein düsteres Bild, sagte der Sarasin-Ökonom Alessandro Bee. So richtig angekommen bei den Haushalten ist die Konjunkturabschwächung noch nicht. Nach Angaben des Seco blieb die Einschätzung der eigenen finanziellen Lage bei den Haushalten im Vergleich zur Juli-Umfrage beinahe unverändert.

Allerdings überstieg die Zahl der Arbeitslosen im Oktober wieder die 100.000er Marke und die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht auf 2,5 Prozent. Im Laufe des nächsten Jahres wird mit bis zu 140.000 Arbeitslosen gerechnet und die Quote würde dann in die Nähe von drei Prozent kommen. Laut einer Konjunkturumfrage der Zürcher KOF-Konjunkturforschungsstelle erwarten deutlich mehr Firmen als vor drei Monaten eine rückläufige Nachfrage. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) versucht, den Konjunkturabschwung mit Zinssenkungen abzufedern und hat in der vergangenen Woche ihren Leitzins Dreimonats-Libor überraschend um 0,5 Prozentpunkte auf zwei Prozent gesenkt.

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