Schweizer Flugverkehr mit Lybien bleibt eingestellt

Der Flugverkehr zwischen der Schweiz und Libyen bleibt eingestellt. Die Fluggesellschaft Swiss wird auch an diesem Sonntag "aus operationellen Gründen" nicht fliegen, wie Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel am Donnerstag sagte.

Der Brief der libyschen Regierung, in dem die Swiss aufgefordert worden war, statt drei Flügen wöchentlich nach Tripolis nur noch einen durchzuführen, sei nach wie vor gültig. “Wir haben von Libyen nichts anderes gehört”, sagte Donzel.

Libyen hatte Mitte Juli von der Swiss verlangt, den Flugverkehr nach Tripolis einzuschränken. Die Fluggesellschaft hat seither keinen Direktflug von der Schweiz nach Libyen mehr durchgeführt. Wie es weitergehe, werde von Woche zu Woche entschieden, sagte der Sprecher. Libyen hatte nach der Verhaftung eines Sohnes von Staatschef Muammar el Gaddafi, Hannibal, und dessen hochschwangerer Ehefrau Aline Mitte Juli in Genf gegen die Schweiz Retorsionsmaßnahmen ergriffen.

Neben dem Teil-Entzug der Flugerlaubnis für die Swiss – angeblich aus technischen Gründen – wurden die Büros von Schweizer Unternehmen, darunter die Konzerne ABB und Nestlé, geschlossen. Zudem wurden zwei Schweizer verhaftet und verschiedener Vergehen beschuldigt. Die Beiden kamen am Dienstag nach 10 Tagen gegen Kaution wieder frei, dürfen Libyen aber nicht verlassen. Sie werden von libyschen Behörden beschuldigt, gegen die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen des Landes verstoßen zu haben.

Gegen das Ehepaar Gaddafi wird in Genf wegen einfacher Körperverletzung, Drohung sowie Nötigung ermittelt. Sie sollen in ihrer Resident in einem Genfer Nobelhotel zwei Hausangestellte misshandelt haben. Nachdem die Gaddafis zwei Tage in Genfer Polizeigewahrsam verbracht hatten wurden sie gegen Zahlung einer Kaution in Höhe einer halben Million Franken auf freien Fuß gesetzt. Sie verließen die Schweiz umgehend.

Diese Verhaftung löste eine diplomatische Krise zwischen der Schweiz und Libyen aus. Libyen verlangt die Einstellung des Verfahrens und eine Entschuldigung der Schweiz. Hinter verschlossenen Türen verhandeln die Diplomaten, um eine Lösung zu finden.

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