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Schweizer Kühe könnten sich in Vorarlberg mit TBC angesteckt haben

Rindertuberkulose in der Schweiz: Erreger aus Vorarlberg?
Rindertuberkulose in der Schweiz: Erreger aus Vorarlberg? ©VOL.AT/Berchtold (Symbolbild)
Lech - Mehrere Fälle von Rindertuberkulose in der Schweiz könnten in Vorarlberg ihren Ursprung haben. Bei einer Kuh in Appenzell-Ausserrhoden, die ein weiteres Tier in St. Gallen angesteckt haben soll, besteht der Verdacht, dass sie sich 2011 auf der Alpe Rauz bei Lech (Arlberg) infiziert hat.

Die Übertragung könnte durch ein Wildtier erfolgt sein, Überprüfungen dazu laufen, hieß es seitens der Schweizer Behörden und des Vorarlberger Landesveterinärs Norbert Greber am Donnerstag. Bei Laboruntersuchungen wurde der Erreger Mycobacterium caprae identifiziert, der auch Anfang 2013 bei zwei Höfen im Vorarlberger Silbertal nachgewiesen wurde. Damals mussten 17 Stück Vieh gekeult werden.

104 noch lebende Tiere werden kontrolliert

Bei der Fleischkontrolle einer geschlachteten Kuh aus einem Ausserrhoder Betrieb wurde am 11. September 2013 Tuberkulose diagnostiziert. Der Hof wurde umgehend gesperrt. Insgesamt müssen nun 20 Tiere gekeult werden. Auch der Hof in St. Gallen, wo die Kuh zuvor zwei Jahre lang gehalten worden war, wurde gesperrt. Bei einem der dortigen Tiere fiel der Tuberkulose-Test ebenfalls positiv aus. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, werden nun auch alle übrigen damals auf der Alpe Rauz weidenden Tiere untersucht. Dazu überprüfe man die 104 heute noch lebenden Tiere in 27 Betrieben in fünf Ostschweizer Kantonen und in Liechtenstein. Um Gewissheit zu erhalten, ob die Ansteckung über Vorarlberg erfolgte, sollen die Erregerstämme verglichen werden. Vieh von Vorarlberger Bauern befand sich nicht auf der Alpe.

Kampf gegen TBC bei Rotwild seit Jahren

Gegen die zunächst im Tiroler Außerfern bei Rotwild aufgetretene TBC kämpft Vorarlberg seit mehreren Jahren. “Wir haben im Frühjahr 2013 rund 3.000 Stück Vieh auf TBC-Erreger untersucht”, so Landesveterinär Greber. Bis auf die Fälle im Silbertal habe es keine weiteren positiven Test gegeben. Bei der Bekämpfung setze man auf eine enge Zusammenarbeit mit der Jägerschaft. Die Bejagung des Rotwilds wurde verstärkt, zudem nehme man bei acht bis zehn Prozent der Abschüsse Stichproben, diese Größe verspreche relativ große Sicherheit. “Ist der Test positiv, schaut man sich die Alpen in dem Gebiet und den möglicherweise gefährdeten Viehbestand genau an”, skizzierte Greber das Vorgehen der Vorarlberger Veterinärbehörden.

Keine Auffälligkeiten bei Alpe Rauz

Betroffen sind bisher vor allem Alpen in den Regionen Hochtannberg, Arlberg, Klostertal und Silbertal. Wegen des Wildwechsels sei eine weitere Zuwanderung infizierten Wildes jederzeit möglich. Bei der Alpe Rauz habe es 2011 keine Auffälligkeiten gegeben, sagte Greber. 2012 wurde zwar in geografischer Nähe der Alpe ein TBC-infizierter Hirsch erlegt, aufgrund der Gegebenheiten des Geländes habe man die Alpe Rauz aber nicht als gefährdet eingestuft. “Wir nehmen unsere Verantwortung in der Sache sehr ernst, wir müssen aber vielleicht unser Konzept überdenken”, so Greber angesichts der nun in der Schweiz bekannt gewordenen Fälle. Flächendeckende TBC-Tests kommen wohl auf absehbare Zeit wegen der hohen Kosten nicht infrage. Für die Tierseuchenbekämpfung ist der Bund zuständig.

Auf Menschen übertragbar

Rindertuberkulose ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die auf den Menschen übertragbar ist. Der Erreger hat eine Inkubationszeit von bis zu zwei Monaten, darauf folgt eine oft lange Latenzphase. Ein Mensch kann sich über Rohmilch, rohes Fleisch und bei der Schlachtung infizieren, aber auch durch Einatmen des Erregers in verseuchten Ställen. Unmittelbare Gefahr für den Konsumenten bestehe aufgrund der vielfältigen Untersuchungen, Pasteurisierung und Sicherheitsmaßnahmen nicht, beruhigte Greber.

(APA)

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