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Schweinsäuglein

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel

Eine komplexe Geschichte. Kommt mit. Als Sus Scrofa die Sau das erste Mal so im Dreck waten riecht, sabbert ein rasendes Geschlick durch seinen Mund, am Zäpfchen vorbei, diesem rosanen nassen Stümpchen, das vor dem großen Schlund, eingeteilt von Gott dem Herrn, solange wartet und seinen Dienst versieht, bis sein Trägerleib zum Stillstand kommt oder gebracht wird und der Leib dem Nichts anheim- und in Staub zerfällt. Das sabbernde Geschlick ist ein Blitz, der ihm da durch den Blutleib fährt, die Speiseröhre hinunter, durch den Magen, den langen Darm, um tobend hinten auszutreten als einer der drei mächtigen Winde, der noch am Brückenhaus (alle Fenster sehen nach Süden aus) soviel Kraft mitbringt, um die aufwendig errichtete Brücke ein- und den Zug in den Tay stürzen zu lassen. Brüxit. Tand.

Sus Scrofas Luftröhre bekommt auch einen kräftigen Teil ab, der sich in den Lungenflügel verteilt, ein Heben und Senken verursacht, ihn erzittern lässt, erschauern. In dieser Millisekunde wird der 250 Kilo schwere Sus Scrofa seiner Bestimmung gemäß zum Arterhalter, rast durch den Mischwald der Sau nach, sie zu besitzen. Liebe auf den ersten Schweinsäugleinblick, der irrste aller Antriebe. Die Angesaute lässt sich endlich besteigen, Keilers Blitz fährt in den wollenen Leib der Sau und lebt in acht Frischlingen weiter. Die saugen an den Zitzen der hingeworfenen Erschöpften, bis sie endlich erlöst, d.h. zu Blut und Leberwürsten verkocht wird. Yes we Pampers. Das Rasen geht weiter, das Blitzen, Schlachten, Kochen, Fressen, Toben. Schweinsäuglein aller Orten. “Vo Nünt kut Nünt”.

Nichts kommt solange, bis im großen Universum ein kleines Nichts zur Pause wird und sei es nur zur Sechzehntelpause. Um Pause sein zu können, muss davor und dahinter Etwas, das Gegenteil von Nichts, erschaffen werden. Keine Pause ohne Begrenzung. Töne? Musik? Geschwätz? “Was weiß ich”, sagt der Gott der Herr, “Ping Sechzehntelpause Ping”. Jede Pause hat zwei Wärter. Am Beginn der Pause steht ein Ende, an ihrem Ende ein Beginn, oft nur Fortsetzung des Unterbrochenen. Dazwischen verschwindet Scrofas Blitz. Da tollen die Frischlinge.

Einem kreativen Architekt gelang es Anfang dieses Jahrhunderts aus dem Nichts zu bauen. Er entnahm einem Lattenzaun den Zwischenraum und baute draus ein großes Haus. Da verjagten ihn die Konkurrenten aus Neid. Deshalb kranken sie bis heute an Ideenschwund und prostituieren sich bei Lebensmittlern & anderen Handelsspannern, indem sie einen Kober nach dem anderen betonieren. So versauen sie die Welt.

Der Architekt jedoch entfloh, nach Afri- od- Ameriko. Seither gibt es keine Architekten mehr, nur viele große Honorare. Wie schön leucht‘ uns der Morgenstern.

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel ©Ulrich Gabriel
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