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Schweinegrippe: Fünf Verdachtsfälle in Österreich

Die Schweinegrippe (H1N1) scheint nun auch in Österreich angekommen zu sein. Am Dienstag wurden fünf Verdachtsfälle bekannt. Vier davon in Wien, einer in Oberösterreich.
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Schweinegrippenfall in Deutschland bestätigt

Bei insgesamt vier möglicherweise infizierten Urlaubern in Wien gebe es mit hoher Wahrscheinlichkeit einen positiven Befund, gab Gesundheitsminister Alois Stöger (S) bei einer Pressekonferenz bekannt. Bei den anderen Fällen handle es sich noch um bloße Verdachtslagen. Endgültige Testergebnisse werden für Mittwochnachmittag erwartet.

Ansteckung in Übersee

Der bisher schwerste Fall betrifft eine 28-jährige Frau, die in der Nacht auf Dienstag um 0.23 Uhr mit akuten Grippesymptomen im Kaiser-Franz-Josef-Spital stationär aufgenommen wurde, erklärte der verantwortliche Arzt, Primar Christoph Wenisch. Die gebürtige Guatemaltekin habe sich für einen längeren Zeitraum im Ausland aufgehalten und ihre Eltern besucht. Da sie bereits auf dem Rückflug über den Atlantik Beschwerden hatte, könne eine Ansteckung anderer Patienten im Flugzeug nicht ausgeschlossen werden. Man habe jedoch alle Kontaktpersonen der fünf möglicherweise Infizierten “unter Kontrolle”, betonte der Gesundheitsminister.

Die junge Frau sei von Mexico-Stadt nach Miami geflogen und habe dabei sechs Stunden ohne Mundschutz auf dem Flughafen auf ihre Maschine gewartet, berichtete Franz X. Heinz, Leiter des Wiener Virologie-Universitätsinstituts. Nach einem Aufenthalt von drei Tagen reiste die 28-Jährige über Düsseldorf nach Wien. Die über 40 Grad Fiebernde sei von Freunden abgeholt und sofort ins Krankenhaus gebracht worden. Die Bekannten der Reisenden wurden prophylaktisch behandelt und angewiesen, zu Hause zu bleiben.

Isolation

Die Patientin wird in einem Isolierzimmer mit Schleuse mit Tamiflu behandelt, sagte Wenisch. “Es gibt keine Hinweise auf eine Sekundärkomplikation, die Behandlung ist relativ banal.” Zwei Tabletten hat die 28-Jährige bereits eingenommen, eine Therapie dauert bis zu zehn Tagen. Besuch dürfe sie keinen empfangen, das Personal kann nur mit Mundschutz zur Patientin.

Bei den anderen Verdachtsfällen in Wien handelt es sich um eine 65-Jährige, die in Mexiko-Stadt urlaubte und bereits dort Symptome aufwies. Einen Tag nach einem Besuch beim Hausarzt wurde sie am Dienstag ebenfalls im Kaiser-Franz-Josef-Spital aufgenommen. Sie dürfte sich bereits auf dem Weg der Besserung befinden. Nur sehr leichte Beschwerden haben die Verdachtsfälle drei und vier, ein etwa 70-jähriges Ehepaar, das sich mehrere Monate in dem mittelamerikanischen Land aufgehalten hat. Beide werden in einem Privatspital behandelt.

Der fünfte Verdachtsfall betrifft eine 28-Jährige, die im oberösterreichischen Krankenhaus Steyr liegt. Die Patientin hielt sich laut Hubert Hrabcik, Generaldirektor für öffentliche Gesundheit, bis 17. April in Mexiko auf und klagte nach ihrer Rückkehr am 26. April über grippeähnliche, aber leichte Symptome. Sie ist wie die anderen Verdachtsfälle isoliert.

Insgesamt halten sich derzeit laut Hrabcik noch rund 170 Personen aus Österreich in Mexiko auf. Man habe auf Basis des Epidemiegesetzes über den Verband der Reisebüros begonnen, Informationen über Aufenthaltsort und Identität dieser Touristen einzuholen, Einzelreisende seien nicht erfasst. Bei ihrer Rückkehr werden die Urlauber möglichst bei der Landung kontaktiert, informiert und wenn nötig getestet.

Alle Proben möglicher Infizierter werden am Wiener Institut für Virologie bis Mittwochnachmittag ausgewertet. Festgestellt wurde bereits, dass die 28-jährige Guatemaltekin an einem Influenza A-Virus erkrankt ist, das nicht zu gewöhnlichen Grippe-Erregern passt. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um H1N1 handelt, sehr groß.

Laut Stöger sind in Österreich ausreichend Medikamente vorhanden. Die Kosten für die Maßnahmen nach dem Pandemie-Plan sind durch das Budget abgedeckt. “Es ist hier keine Kostenfrage es geht um die Gesundheit des Menschen”, betonte er.

 

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