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Schutz vor Zecken: So funktionert es!

©DPA/VOL.AT
Die Zeckensaison ist wieder gestartet. Die Tierärzte Gabriela Piller und Christoph Lechner aus Wolfurt wissen, worauf geachtet werden muss, damit Mensch und Tier richtig geschützt sind..

Der richtige Schutz vor Zecken für Mensch und Tier ist von großer Bedeutung. Viele Zecken können Krankheiten übertragen, die nicht leicht zu behandeln sind. Aus diesem Grund sollte die richtige Vorsorge getroffen werden. Die verschiedenen Zeckenarten, wie man einen Zeck richtig entfernt und wie man sich vor Krankheiten schützen kann, erklärt Tierarzt Christoph Lechner im Video.

FSME-Fälle steigen wieder in Österreich

Zwar sind die Österreicher noch immer Weltmeister, was die FSME-Schutzimpfung betrifft, doch das Zeckenrisiko wird noch immer unterschätzt, was in geringeren Durchimpfungsraten und damit auch steigenden Krankheitsfällen resultiert. Entsprechend vehement setzt sich der Verein zur Förderung der Impfaufklärung für einen vorbeugenden Zeckenschutz ein.

FSME-Impfung in Covid-Zeiten wichtiger denn je

In Covid-19-Zeiten mit viel Freizeitgestaltung in der Natur und wenig Auslandstourismus ist in Österreich die FSME-Impfung wichtiger denn je. Vergangenes Jahr gab es in Österreich mit 215 Erkrankungen ein Rekordhoch.

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis ist die häufigste durch Viren hervorgerufene Enzephalitis in Europa. 2020 war die Zahl der Fälle in Österreich auf einem Allzeit-Rekordhoch mit 215 Fällen. 2019 waren es 108 gemeldete Erkrankungen (Hospitalisierungen) gewesen, 2018 wurden 154 FSME-Fälle registriert. Klimatische Bedingungen und im Jahr 2020 sicher auch das durch Covid-19 veränderte Freizeitverhalten samt vermehrtem Urlaub in Österreich dürften die Ursachen gewesen sein.

Krankheitssymptome

Im Falle einer Infektion mit dem FSME-Erreger nach einem Zeckenstich stellen sich relativ häufig schwere Krankheitssymptome ein. 30 Prozent der Infizierten haben keine Symptome. Bei etwa zwei Drittel kommt es zu einer Erkrankung, davon bei der Hälfte zu neurologischen Symptomen. Davon wiederum erkrankt die Hälfte an einer Meningitis (Gehirnhautentzündung; Anm.) mit unter anderem Kopfschmerzen, hohem Fieber und Übelkeit. Bei 40 Prozent verläuft die Erkrankung dramatisch mit einer Enzephalitis (Gehirnentzündung; Anm.). Besonders schwer ist eine Beteiligung des Rückenmarks und des Stammhirns, was bei den Symptomen an die Kinderlähmung erinnert. Ein erheblicher Anteil der Betroffenen trägt bleibende Schäden davon.

Bei 105 Patienten (49 Prozent) wurde in Österreich vergangenes Jahr eine schwere Erkrankung festgestellt, bei dem das Zentralnervensystem (ZNS) stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. 20 Patienten wiesen eine besonders schwere Verlaufsform (eine akute Entzündung des Gehirns oder der Nerven des Rückenmarks) auf. 90 Prozent von ihnen waren über 50 Jahre alt.

Impfung als einziger Schutz

Der einzige Schutz ist und bleibt die Impfung. Nur wer geimpft ist, hat einen Schutz. Die Wirksamkeit der FSME-Impfung ist enorm hoch.

Die Immunisierung ist demnach gerade in Covid-19-Zeiten dringend anzuraten. Die beiden Impfungen gegen FSME und gegen Covid-19 kommen sich nicht in die Haare. Empfohlen wird bei den beiden Impfungen ein Abstand von 14 Tagen, aber nicht wegen möglicher Wechselwirkungen, sondern nur, um im Zweifelsfall Impfreaktionen auf eine der beiden Vakzine unterscheiden zu können.

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen (zwei davon im ersten Jahr im Abstand von ein bis drei Monaten, die dritte etwa ein Jahr nach der zweiten Teilimpfung). Für Personen über 60 Jahre gilt dann ein kürzeres Auffrischungsintervall von drei Jahren, darunter beträgt es fünf Jahre. Dann reicht jeweils eine weitere Vakzine-Dosis. Das gilt auch für Personen, die bei der Auffrischung über dem empfohlenen Intervall liegen.

(red)

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