Schumachers Pole weggeschnappt

Kimi Räikkönen startet am Sonntag beim Grand Prix von Deutschland am Hockenheimring aus der Pole Position. Christian Klien konnte seine Bestzeit vom Abschlusstraining im Qualifying nicht umsetzen - Rang 12.

Kimi Räikkönen startet am Sonntag beim Formel-1-Grand-Prix von Deutschland erstmals in der WM-Saison 2006 aus der Pole Position. Der finnische McLaren-Mercedes-Pilot war im Qualifying auf dem Hockenheimring um 0,135 Sekunden schneller als der deutsche Rekord-Weltmeister und Lokalmatador Michael Schumacher. Der siebenfache Champion verpasste damit die dritte Pole in Folge knapp.

Die Chancen, dass Schumi den Rückstand in der WM auf Leader Fernando Alonso (derzeit 17 Punkte) im 12. von 18 Saisonrennen weiter verringert, stehen dennoch nicht schlecht. Denn während Schumachers Ferrari-Teamkollege Felipe Massa (BRA) Startplatz drei eroberte, musste sich der spanische Champion im Renault an seinem 25. Geburtstag mit Rang sieben zufrieden geben.

Christian Klien hatte im Freien Samstag-Training mit Platz eins eine große Überraschung geliefert und damit vor der Quali Hoffnungen auf den angestrebten Top-10-Startplatz genährt. Doch als es ernst wurde, kam der Vorarlberger nicht über Rang 12 hinaus, sein Red-Bull-Ferrari-Stallkollege David Coulthard wurde 10.

„Klar bin ich ein wenig enttäuscht, denn ich wollte in die Top-10. Leider konnte ich mich mit dem zweiten Reifensatz nicht mehr verbessern. Positiv ist, dass das Auto mit den neuen Teilen besser geht. Ich hoffe, dass wir das im Rennen umsetzen können. Platz 12 ist trotzdem keine allzu schlechte Ausgangsposition, da könnte noch etwas drinnen sein“, bilanzierte der 23-Jährige.

Bei McLaren war nach der ersten Pole des Jahres die Erleichterung groß, die bis dato letzte Bestzeit der Silberpfeile in einem Qualifying hatte im September 2005 der Kolumbianer Juan Pablo Montoya in Spa eingefahren. „Wir haben bei den Tests etwas Neues gefunden, das uns anscheinend hilft. Das Auto ist jetzt besser. Und die Reifen sind an diesem Wochenende sehr gut. Mal schauen, was am Sonntag passiert“, so Räikkönen, der im Oktober 2005 in Japan sein letztes Rennen gewonnen hat, nach der neunten Pole seiner Karriere. In bisher fünf Starts auf dem Hockenheimring hat Räikkönen noch kein einziges Mal die Zielflagge gesehen.

„Mir wäre es zwar lieber, auf der Pole-Position zu stehen. Aber ich bin glücklich, Fernando dort zu haben, wo er ist“, sagte Schumacher nach seinem zweiten Platz. Das Daumendrücken seiner Ehefrau Corinna in der Box und das lautstarke Anfeuern der Schumi-Fans auf den auch am Samstag nur spärlich besetzten Tribünen reichten Schumacher nicht zur erhofften 69. Trainingsbestzeit seiner einmaligen Karriere. „Aber ich hoffe, dass der Grund dafür darin besteht, dass wir schwerer als die Konkurrenten sind.“

Schumacher kann bei seiner aufreibenden Aufholjagd auf Alonso nun nicht nur mit der Schützenhilfe durch seinen Teamkollegen Massa rechnen, sondern auch auf Unterstützung durch Räikkönen. „Ich hoffe, dass wir in Kimi jemanden gefunden haben, der schnell zu sein scheint.“

Entsprechend enttäuscht reagierte Alonso auf seinen schlechtesten Startplatz in dieser Saison: „Natürlich ist die Position nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Aber ich denke, wir haben mehr Benzin an Bord als die anderen.“

Schumacher genoss nicht nur die Sympathien seiner Fans, sondern zog sich auch den Zorn Alonsos zu: Weil Schumacher aus der Box hauchdünn vor dem Renault-Rivalen auf die Piste zurückschoss, drohte ihm dieser wütend mit der geballten Faust. „Ich habe nicht gesehen, dass Alonso da war. Falls er deshalb Probleme hatte, tut mir das Leid“, entschuldigte er sich. Der Spanier schimpfte: „Er verließ die Box, ohne zu schauen. Ich denke, dass die Rennleitung sich mit dem Vorgang befassen wird.“

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