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Schumacher vor der Krönung

Bereits am 21. Juli könnte Michael Schumacher sich zum Champion krönen. Er steht vor dem historischen 5. Weltmeistertitel.

Schon am 21. Juli im Grand Prix von Frankreich kann Formel-1-Superstar Michael Schumacher den historischen fünften Weltmeister-Titel einfahren, sofern seine Konkurrenten mitspielen.

Feiert der erfolgreichste Motorsportler aller Zeiten in Magny Cours bereits seinen achten Saisonsieg und werden weder sein brasilianischer Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello noch Williams-BMW-Pilot Juan Pablo Montoya aus Kolumbien in Magny Cours Zweiter, dann ist die WM bereits nach elf der 17 Saisonrennen entschieden, da „Schumi“ dann zumindest 60 Punkte Vorsprung auf seinen ersten Verfolger hätte.

Doch eigentlich müsste nach der Ferrari-Demonstration am Sonntag in Silverstone schon ein Wunder geschehen, dass der Wunsch, den Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in der Tageszeitung „Die Welt“ äußerte, nicht in Erfüllung geht: „Er hat zum Boom der Formel 1 so viel beigetragen, dass ich ihm ewig dankbar dafür sein werde. Michael Schumacher ist super. Ich wünsche mir wirklich, dass er wieder Weltmeister wird.“

Der Silverstone-Triumphator und fünffache Frankreich-Sieger übt sich aber weiterhin in Zurückhaltung. „Wir haben zwar eine gute Chance in Magny Cours zu gewinnen, aber wir müssen auch das erst einmal schaffen“, meinte der Deutsche, dem sogar schon ein zweiter Platz reichen könnte, um vorzeitig zum dritten Mal in Serie Champion zu werden. „Aber da müssen so viele ausfallen, damit ich es doch machen kann. Außerdem wäre es doch viel schöner, wenn wir es in Hockenheim hinter uns bringen können“, meinte Schumacher in Silverstone nach seinem siebenten Saisonerfolg und 60. Karriere-Sieg.

„Schumacher kann sich aussuchen, wann, wie und wo er seinen fünften Titel holt“, bewertete die spanische Zeitung „El Pais“ die Lage in der Königsklasse. Trotzdem überlässt der „Campione“ nichts dem Zufall. „Michael ist ein Motivator. Er übertragt seinen Eifer auf die Ingenieure, das Management, auf sein komplettes Umfeld“, sagte Ecclestone dem „Spiegel“. Auch jetzt wird in Maranello weiter mit Hochdruck gearbeitet. „Wir werden uns nicht ausruhen“, kündigte Teamchef Jean Todt an. Sein Starpilot testet seinen roten Renner am Freitag und Samstag auf der Hausstrecke in Fiorano. Ansonsten tankt der 33-Jährige in seiner Schweizer Wahl-Heimat bei der Familie Kraft für das vielleicht entscheidende Rennen.

Für die Rivalen der Rennbahn ist der Fall indes schon erledigt. „Er muss nicht an den WM-Titel denken. Er hat ihn schon in der Tasche“, sagte Montoya nach seinem dritten Platz in Silverstone, wo er keine Chance gegen die roten Renner aus Maranello hatte. „Niemand mehr kann Ferrari und Schumacher einholen. Weder in der Meisterschaft noch auf der Rennstrecke“, schloss sich BMW-Sportdirektor Gerhard Berger der Meinung des Kolumbianers an.

„In Magny Cours hat Ferrari den ersten Aufschlag“, gab dagegen Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zu bedenken, dass dies nur der erste von insgesamt sieben Matchbällen für „Schumi“ ist. Und Jaguar-Sportchef Niki Lauda wusste auch, warum die Scuderia in diesem Jahr so dominiert: „Ferrari hat ein Paket zusammengeschnürt, das in jeder Hinsicht perfekt ist.“

Die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ lobt vor allem die Zuverlässigkeit des Autos. „Von so einem Ferrari durften selbst die größten Fans vor Jahren nicht einmal träumen.“ 15 Mal in Folge kam Schumacher ins Ziel, fiel zuletzt in Hockenheim vor knapp einem Jahr aus. In seinem zwölften Jahr in der Königsklasse ist der Rheinländer durch nichts und niemanden zu bremsen, um sich seinen Traum zu erfüllen und als erster Pilot die Fabelmarke von Juan Manuel Fangio zu erreichen. Der Argentinier gewann als bisher einziger Rennfahrer fünf Mal die Fahrer-WM (1951 und 1954 bis 1957).

„Bei uns kann sich auch in schwierigen Situation einer auf den anderen verlassen“, betonte Schumacher, dass perfektes „Teamwork“ für seine unglaubliche Saison 2002, in der er bisher immer den Sprung aufs Podest geschafft hat, verantwortlich ist. Auch in Silverstone traf die Scuderia unter der Regie von Technikchef Ross Brawn bei den ständig wechselnden Wetterbedingungen im Gegensatz zur Konkurrenz immer die richtige Entscheidung.

Brawn dachte nach diesem Erfolgserlebnis und angesichts des komfortablen Vorsprungs in der WM in seiner Heimat aber schon ans nächste Jahr: „Wenn Michael heuer seinen fünften Titel gewinnt, nehmen wir im nächsten Jahr den sechsten in Angriff.“ Und Schumacher wird 2003 wieder auf Titeljagd gehen. So dementierte er in England entschieden angebliche Rücktrittsgerüchte: „Es ist schon komisch, dass einige nicht begreifen, dass ich nach all den Siegen und Titeln immer noch Motivation und Spaß am Rennsport habe.“ Sein Manager Willi Weber stellte deshalb klar: „Sein Vertrag mit Ferrari läuft bis 2004, und frühestens dann wird Michael darüber nachdenken, ob er eine Karriere fortsetzt oder beendet.“

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