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"Schulstarthilfe wäre sinnvoll"

Bregenz - Peter Kopf hat die Welle später erwartet. Aber statt Herbst stehen die Krisenopfer bestimmter Sparten schon jetzt vor der Tür der Schuldenberatung des Instituts für Sozialdienste.
Kosten für Schulanfang

Immer mehr Arbeitslose

Allein im Juli nahmen 111 Klienten die individuelle Erstberatung in Anspruch, im Juni waren es noch 64 gewesen. Die Zahl der Arbeitslosen unter seinen Klienten erhöhte sich von 27 Prozent im ersten Halbjahr 2008 auf 39 Prozent heuer. „Viele Leasingarbeiter“ seien darunter, sagt Karl-Heinz Bonetti, und „Handwerker, die saisonbedingt Arbeit suchen, sowie Lkw-Fahrer von Frächtern ohne Aufträge“ bitten die Schuldenberatung um Hilfe. Auch frisch gebackene Vermögensberater zählt Karl-Heinz Bonetti zu den Neuzugängen.

Banken „moderat“

Die Banken verhielten sich derzeit sehr moderat, lobt Kopf. Immer wieder berichteten Klienten, ihre Bank mache „erst mal die nächsten drei Monate nichts“. Wies dann weitergeht, steht in den Sternen. Dabei naht mit Schulbeginn am 14. September die nächste finanzielle Belastung. „Schulanfang, das ist für unsere Klienten wie Weihnachten – ein Horrortermin.“ Peter Kopf hat die 230 Euro vor Augen, die Eltern für die Grundausstattung eines Erstklässlers heuer mitunter hinblättern müssen. Dieses Jahr ging die Arbeiterkammer in elf Wiener Papier-Fachgeschäften und drei Handelsketten zur Probe einkaufen. im günstigsten Fall kamen die Käufer mit 112,61 Euro davon. Aber da kommt oft noch einiges hinzu. Kopf und Bonetti zufolge gehen immer mehr Lehrer dazu über, gleich zu Schulbeginn den ganzen Jahresbedarf an Schreibwaren, Heften, Bastelmaterial usw. einzusammeln. Das ist bequemer, als mehrmals im Jahr dem Geld hinterher zu laufen. Finanziell schwächere Familien stellt es allerdings vor beachtliche Probleme.

Für Schulstarthilfe

Deshalb könnte Kopf der Idee eines Schulstartzuschusses ähnlich dem Heizkostenzuschuss der Landesregierung einiges abgewinnen. „Für viele Familien wäre das eine Erleichterung, wenn sie im September zu Schulbeginn Unterstützung kriegen.“ Kopf schätzt die Anzahl der potenziellen Empfänger auf „4000 bis 5000 Familien“ im Land. Ob Bargeld oder Gutscheine ausgegeben würden, müsste man überdenken.

STICHWORT Heizkostenzuschuss:

Peter Kopf rechnet grob mit „4000 bis 5000 Familien“, denen ein Schulstartzuschuss ähnlich dem Heizkostenzuschuss helfen würde. 11.950 Vorarlberger Haushalte haben vergangenen Winter den Heizkostenzuschuss des Landes in Höhe von 250 Euro bekommen. Die Gemeinden haben die Zuschüsse direkt ausbezahlt – ihnen wird vom Land der Gesamtbetrag von rund drei Millionen Euro rückerstattet.

 

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